July 05, 2009

Nasser Empfang in Laos (Chiang Mai - Houay Xai)

Doch noch ein paar Zeilen, ehe ich morgen auf dem Slow Boat den Mekong flussabwaerts entlangschippern werde. Ich bin in Laos angekommen, nach einer gemuetlichen Busfahrt von Chiang Mai nach Chiang Rai und einer eher holprigen von dort weiter nach Chiang Khong. So nennt sich der kleine thailaendische Grenzort direkt am Mekong, von dem aus die Besucher nur noch eine kurze Faehrueberfahrt von laotischem Boden trennt.

Schon der zweite Streckenabschnitt im Bus deutete darauf hin, dass ich die touristisch erschlossenen Regionen um Chiang Mai und Chiang Rai hinter mir gelassen hatte und auf dem Weg ins Hinterland war, wo die Strassen holpriger werden, die Busse kleiner und klappriger und - sehr zu meinem Wohlgefallen - die Begegnungen mit westlichen Travellern seltener. Hier ins Grenzgebiet zwischen Thailand und Laos verschlaegt es nur jene, die genau wie ich einen Abschnitt auf dem Mekong zuruecklegen moechten - wahlweise im Slow oder Speed Boat. Doch waehrend die meisten zwei Tage an Bord bleiben und erst in Luang Prabang aussteigen, werde ich wie beschrieben dem Mekong bereits morgen Abend in Pakbeng den Ruecken kehren um in den naechsten Tagen den eher wenig erschlossenen Norden des Landes zu erkunden.

Laos bereitete uns einen unfreundlichen Empfang, jedenfalls das Wetter. Schon seit dem Nachmittag schuettet es aus Eimern, und auch heute Abend habe ich mich nur mit Regenjacke und Huelle ueber dem Rucksack zum Schutz der Kamera auf den kurzen Fussweg vom sehr gemuetlichen Gaestehaus zum Internetcafe, dessen Charme dem eines Fahrradkellers gleichkommt, gewagt. Im Bus lernte ich Susi kennen, eine knapp zehn Jahre aeltere Australierin, die schon seit Monaten in Thailand lebt und sich dort als Freiwillige um die zahlreichen Fluechtlinge aus Birma kuemmert. Eine interessante Person, mit der ich sicher morgen auf dem Slow Boat unser Gespraech von heute Nachmittag fortsetzen werde.

Aufregend war in Anbetracht des Wetters die kurze Ueberfahrt ueber den kaffeebraunen Strom, die wir in einer notduerftig zusammengeflickten Faehre zuruecklegten, auf unseren Rucksaecken und duennen Holzbaenken sitzend, die Schuhe vom Wasser im Boot ueberflutet, Shirts und Hosen ohnehin schon durchnaesst. "Visa on Arrival" war kein Problem, sodass ich nun offiziell die zweite (von insgesamt hoechstens vier) Laenderetappen meiner Reise begonnen habe. "Hoechstens" schreibe ich uebrigens, da angesichts meiner ambitionierten Reiseplaene in Nord- und Suedlaos voellig offen ist, ob ueberhaupt noch Zeit sowohl fuer Kambodscha als auch Vietnam bleiben wird. Das entscheide ich zu gegebener Zeit und abhaengig davon, wieviele Tage/Wochen ich schliesslich in Laos verbringen werde, von dem mir so viele Traveller berichtet haben, dass es das entspannteste, freundlichste und landschaftlich sehenswerteste der Region sein soll. Ich bin gespannt.

Nach der wohlverdienten Dusche goennte ich mir heute Abend einen Besuch im Restaurant, wo ich mir zwei verschiedene Gerichte und dazu ein grosses "Beerlao", das oertliche Bier, bestellte. Ansonsten wirkt der kleine Ort wie ausgestorben, zumal wegen des Wetters, und so werde wohl auch ich ihn wie so viele andere nur als Durchgangsstation und Ausgangspunkt fuer die Fahrt auf dem Mekong nutzen. In den naechsten Tagen dann mehr aus dem laotischen Norden.

1 comment:

  1. Hi Chris!

    Es ist mir schon klar, dass dir dieses Örtchen an der Grenze nicht recht gefallen mag, so ganz ohne die leckeren Garkücken am Straßenrand. ;)

    Ist immer wieder ein Genuss, deine Reiseberichte zu lesen! :)

    Liebe Grüße, Nick

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