July 04, 2009

Trekking im Norden Thailands (Sukhothai - Chiang Mai)

Beinahe eine Woche seit meinem letzten Eintrag. Das liegt daran, dass ich die letzten drei Tage in den Bergen unweit der groessten nordthailaendischen Stadt Chiang Mai trekken war. Ein unvergessliches Erlebnis! Die Tour fuehrte uns - drei Neuseelaender, drei Irinnen, ein kanadisches Paerchen, unsere beiden thailaendischen Guides und mich - bei Sonne und Regen bergauf bergab durch den dichten Dschungel, vorbei an saftig gruenen Reisfeldern, ueber kleine und groessere Fluesse und durch verstreute Bergdoerfer. Fuer Abwechslung neben den schweisstreibenden Wanderungen war durch mehrere Events gesorgt: So wurden wir auf dem Ruecken von Elefanten hin- und hergeschaukelt, sprangen an Wasserfaellen entlang in kuehle Bergseen oder trieben beim "Bamboo Rafting" auf zusammengebundenen Bambusstangen balancierend einen Fluss hinab. Die Abende und Naechte verbrachten wir mit einigen Bier am Lagerfeuer, unweit traditioneller Bergdoerfer, fuer die der Outdoor-Tourismus in den letzten Jahren zu einer wichtigen Nebeneinkunft geworden ist. Man mag das positiv oder negativ sehen, doch es stimmte mich schon nachdenklich mitanzusehen, wie unzaehlige Kleingruppen wie die unserige Tag fuer Tag durch die entlegenen Bergregionen geschleust werden. Sicher, die Landschaft rings um Chiang Mai ist so weitlaeufig, dass eine solche Entwicklung das Vergnuegen der einzelnen Gruppe (noch) nicht mindert und ihr (noch) das Gefuehl gibt, sich allein in der Wildnis zu behaupten. Jedoch geht unweigerlich vieles von jener Unberuehrtheit verloren, welche die Touristen aus aller Welt in den Bergen Nordthailands so schaetzen. Ein Teufelskreis.

Chiang Mai, die "Perle des Nordens", die Touristen magisch anzieht, und sein beruehmter Night Bazaar haben mich nicht sonderlich beeindruckt, draengen sich doch fast ausschliesslich westliche Touristen durch dessen engen Gassen. Angeboten wird freilich alles, von FlipFlops, "traditionellen" Arm- und Halsbaendern, Handtaschen bis hin zu (mehr oder eher minder echten) Designerhemden. Einzig kulinarisch habe ich einmal mehr neugierig aus den sagenhaft duftenden Toepfen der Garkuechen am Strassenrand probiert und dabei unter anderem Gefallen gefunden an den meines Wissens aus Indien stammenden Roti, deren in heissem Fett gebackener Teig wahlweise herzhaft mit Mais und Ei oder auch zum Dessert mit Bananen und Schokolade gefuellt und als Snack gereicht wird.

Reiseplaene habe ich ebenfalls geschmiedet, und so werde ich - falls mein Reisepass mitsamt Visum fuer Vietnam inzwischen im Gaestehaus eingetroffen ist - morgen frueh aufbrechen und noch am gleichen Abend, nach sechs- oder siebenstuendiger Busfahrt, am Mekong ankommen, dem Fluss, welcher der Region ihren Namen schenkt und die natuerliche Grenze zwischen Thailand und Laos bildet. Ob ich in Chiang Khong noch auf thailaendischer oder Houay Xai bereits auf laotischer Seite uebernachten werde, entscheide ich spontan vor Ort. Uebermorgen will ich dann eines der langsamen Boote stromabwaerts nehmen und spaetestens am Abend in Pakbeng, einem kleinen Ort, laotischen Boden betreten. Meine (noch aeusserst vagen) Plaene sehen vor, anschliessend zunaechst den touristisch kaum erschlossenen Norden des Landes zu erkunden, beispielsweise durch eine dreitaegige Bootsfahrt entlang des Flusses Ou, von Hat Sa hinab bis Luang Prabang. Spaetestens dort werde ich wohl wieder von mir hoeren lassen.

Bislang hat mich uebrigens kein einziger Moskito gestochen, ganz im Gegensatz zu den anderen aus der Gruppe, die vom Trekking das eine oder andere kleine rote Souvenir auf der Haut mitgebracht haben.

Soviel fuer den Augenblick aus Chiang Mai. Fotos vom Trekking und aus der Stadt sind online: http://picasaweb.google.com/christoph.truebenbach/TrekkingImNordenThailands sowie http://picasaweb.google.com/christoph.truebenbach/ChiangMai. Das naechste Mal melde ich mich dann aus Laos.

1 comment:

  1. Hallo Christoph, habe in einem ruhigen Bereitschaftsdienst soeben Deine letzten beiden Reiseberichte gelesen und kann immer nur sagen: toll. Man kommt sich fast vor, wie wenn man dabei wäre! Es grüßt Dich herzlich Dein Papa

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