July 23, 2009

Letzte Tage in Laos & Die Tempel von Angkor

Eine Woche seit meinem letzten Eintrag. Ganz gleich, ob das wie beim Kaffeekranz klingen mag: Die Zeit verfliegt hier enorm schnell! A propos Kaffee: Der wird in Laos - als sogenannter Cafe Lao - uebrigens ziemlich stark und mit einer grosszuegigen Portion dicker Kondensmilch getrunken. Meinen ersten Eindruecken zufolge scheint das in Kambodscha aehnlich zu sein.

Ihr merkt schon, ich bin nach wunderbarem Aufenthalt in Laos inzwischen in Kambodscha, dem dritten Land meiner Reise, angekommen, nach nervenaufreibender Grenzueberquerung mitten in der Pampa. Warum nervenaufreibend? Weil sowohl die laotischen als auch die kambodschanischen Grenzpolizisten uns machtlosen Touristen jeweils zwei Dollar zusaetzlich abknoepften - fuer Ausreise- sowie Einreiseformulare, versteht sich. (Klartext: Wie die beiden Laender in punkto Korruption abschneiden, kann ich jetzt einschaetzten, ohne Transparency International zurate zu ziehen.) Dass meine tapferen Mitreisenden und ich nachdruecklich protestierten, einen Beleg erbaten oder zumindest nach dem Namen des Polizisten fragten, hatte lediglich zur Folge, dass dieser kurzerhand den Grenzuebergang fuer geschlossen erklaerte und laechelnd seinen Fensterschalter schloss. Wie ihr euch denken koennt, wanderten schliesslich also doch zwei Dollar pro Nase in den unscheinbaren grauen Koffer, den er unter seinem Tisch in Stellung gebracht hatte - und wir schwer bepackt und trotzig die 200 Meter durch's Niemandsland bis nach Kambodscha, wo man uns, wie bereits angedeutet, ebenso (vorfreudig) empfing wie man uns in Laos verabschiedet hatte.

Da die letzte Woche, seitdem ich die laotische Hauptstadt Vientiane verlassen hatte, erneut recht ereignisreich war - und meine Zeit im und Lust auf Internetcafe beschraenkt ist - hier das Wichtigste im Zeitraffer, ehe ich gleich etwas ausfuehrlicher auf meinen heutigen Besuch der unbeschreiblichen Tempel von Angkor eingehe, der wahrhaft ein Highlight meiner Reise darstellte.

In der letzten Woche ...

... nahm ich den recht komfortablen, mit Schlafnischen ausgestatteten Nachtbus von Vientiane ins suedlaotische Pakxe, lernte meinen Bettnachbarn Martin, einen bereits seit 13 Monaten durch die Welt reisenden Deutschen, naeher kennen, musste die naechtliche Reise schliesslich aber doch als Misserfolg verbuchen, da ich mir Bettwanzen einfing (und inzwischen - Daumen gedrueckt! - wohl wieder los bin).

... nahm ich in bunt gemischter Gruppe an einem Tagesausflug ins Bolaven-Plateau ein, wo ich durch Regen und Wasserfall zwar ziemlich nass wurde, gleichzeitig aber einiges ueber den Tee- und Kaffeeanbau erfuhr.

... diskutierte ich mit Martin, einer Luxemburgerin, einem Franzosen und einem Niederlaender bis spaet in die Nacht ueber Europa und beteiligte mich dabei fleissig am Leeren einer billigen Flasche LaoLao - ein Fehler, wie sich am naechsten Morgen herausstellte!

... unternahm ich mit Martin eine spannende Motorradtour zum malerischen Vat Phou - spannend allein schon deshalb, weil ich auf der Rueckfahrt in einen Nagel fuhr, sodass wir unsere Bikes erst mit einiger Verzoegerung und einem neuen Reifen bei stroemendem Regen durch die stockdunkle Nacht zurueck nach Pakxe manoevrieren konnten.

... verbrachte ich zwei entspannte Tage auf Si Phan Don, den "Viertausend Inseln" nahe der kambodschanischen Grenze im Mekong, wo ich in der Haengematte las und schlief, mit dem Fahrrad durch die endlosen Reisfelder radelte, zwei der kleinen Inseln umrundete und es mir abends bei roetlichem Schummerlicht, Blick auf den Fluss und den koestlichen Gerichten meiner Gastgeberin gutgehen liess.

... teilte ich erstmals auf dieser Reise mein Zimmer - zunaechst mit Martin, gestern schliesslich mit zwei Englaenderinnen.

... revidierte ich meinen anfangs eher negativen Eindruck von Kambodscha zunehmend ins Positive, zumal nach diesem wunderbaren Tag heute bei den Tempeln.





Denn die gewaltigen Tempel von Angkor, die ueber ein riesiges Areal verstreut liegen, werden ihrem ambitionierten Ruf, das Highlight einer jeden Suedostasienreise schlechthin zu sein, in der Tat mehr als gerecht. Das ist jedenfalls mein persoenlicher Eindruck, nachdem ich gestern den (wegen den Wolken leider nur angedeuteten) Sonnenuntergang sowie heute den ganzen Tag von - festhalten! - 5 bis 17 Uhr in Angkor verbracht und so viele der Prachtbauten wie moeglich besichtigt habe. Direkt nach meiner Ankunft in Siem Reap hatte ich mir gestern Nachmittag einen Tuk Tuk-Fahrer geschnappt und mich nach zaeher Verhandlung auf einen Pauschalpreis mit ihm geeinigt. Und so konnte ich mich heute gemuetlich im Tuk Tuk zuruecklehnen, waehrend Soun - so sein Name - wie der Irre die Strassen des weitlaeufigen Areals von Tempel zu Tempel entlangbrauste. (Banteay Srei, der aus meiner Sicht aufgrund seiner feinen Verzierungen im Stein beeindruckendste, lag beispielsweise 30 Kilometer ausserhalb Siem Reaps.) Souns Fahrtempo, meiner Planung im Vorfeld und unser beider Disziplin beim Klingeln des Weckers heute Morgen gegen 4 Uhr ist es denn auch zu verdanken, dass ich an einem Tag ungefaehr so viel zu sehen bekam wie andere an zwei oder drei. So weine ich der Tatsache, dass ich aufgrund meines begrenzten Zeitbudgets nur einen Tag an dieser magischen Staette verbringen konnte, keine Traene nach, sondern freue mich auf die Hauptstadt Phnom Penh, die ich morgen am fruehen Nachmittag erreichen sollte. Laos hat mir einfach so gut gefallen, dass mir fuer Kambodscha und Vietnam zusammen nur 3 Wochen bleiben, ehe ich am 12. August von Hanoi im Norden Vietnams nach Bangkok und von dort aus zurueck nach Frankfurt fliegen werde.

Vorhin warf ich noch einen kurzen Blick auf den abendlichen Markt in Siem Reap, der erst nach Sonnenuntergang richtig in Gang kommt, wenn das Heer der Tuk Tuks und Fahrraeder aus Angkor zurueckkehrt und sich immer mehr weisse Gesichter unter die Einheimischen im Zentrum der kleinen Stadt mischen.

Da ich mich heute Abend eher kurz gefasst habe, sei auf die neuen Alben verwiesen, die Impressionen vom Bolaven-Plateau (http://picasaweb.google.com/christoph.truebenbach/BolavenPlateau), der Motorradtour zum Vat Phou (http://picasaweb.google.com/christoph.truebenbach/VatPhou), dem entspannten Zwischenstopp auf den "Viertausend Inseln" (http://picasaweb.google.com/christoph.truebenbach/SiPhanDon) sowie - ganz aktuell und ziemlich umfangreich - vom heutigen Tag bei den Tempeln von Angkor (http://picasaweb.google.com/christoph.truebenbach/Angkor) beinhalten.

Bis die Tage aus Phnom Penh oder Vietnam!

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