October 28, 2011

Regen in Boston

Heute war ein unspektakulärer Tag, an dem ich zwei Dinge getan habe, die in den beiden Wochen in St. Charles und in den ersten Tagen meiner Reise zu kurz gekommen waren:
  1. Ich habe ausgeschlafen (und erst gegen Mittag das Haus verlassen).
  2. Ich habe ein Buch gelesen (immer noch und noch eine ganze Weile "Krieg und Frieden").
Grund dafür war auch der Regen, der mich bei einem Blick aus dem Fenster heute Morgen begrüßte und den ganzen Tag über nicht verschwinden wollte. Wahrscheinlich habe ich mich beim Schwärmen vom Indian Summer gestern Abend etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt.

Am Nachmittag nahm ich dann doch noch einen Bus und eine Subway nach Cambridge, wo ich mich einer kleinen Gruppe anschloss und an einer äußerst unterhaltsamen Führung über den Harvard-Campus teilnahm, stets den Pfützen und entgegenkommenden Regenschirmen ausweichend. Fotos gibt es praktisch keine, da das Wetter meiner neuen Kamera noch weniger zusagte als mir selbst. Später verdrückte ich zwei leckere Stück Pizza bei einem kleinen Italiener, den uns der Harvard-Student-alias-Tour-Guide empfohlen hatte. Und nach einem (weiteren) Starbucks- sowie einem spontanen Frisörbesuch kehrte ich früh nach Watertown zurück. Heute Abend werde ich noch etwas lesen und Pläne für morgen schmieden, wenn der Himmel etwas aufklaren soll. Den Freedom Trail habe ich fest eingeplant, und mal sehen, was ich sonst noch anschauen werde, ehe ich mich am Abend mit einer Freundin zum Essen treffe.

Die beiden Fotos hier sind übrigens noch aus dem kleinen Dorf Stonington in Connecticut. Ich musste schmunzeln, als ich an diesem Straßenschild vorbeikam, weil diese Wall Street so ganz anders anmutet als jene, die ich einige Tage zuvor in New York besucht hatte (siehe links). Es gab außerdem keinerlei Demonstrationen, und "besetzt" (occupy) wurde an diesem harmonischen Stückchen Erde erst recht nichts. Noch bezeichnender fand ich dann allerdings, dass Wall Street und Main Street, von deren wachsender Entfremdung in diesem Land allenthalben die Rede ist, in der friedlichen Idylle jenes Dorfes offenbar direkt nebeneinander liegen (siehe rechts). Dabei sollte man aber bedenken, dass sich nicht jede Main Street in Amerika so herausgeputzt präsentiert wie die in Stonington, Connecticut.

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