June 27, 2009

Kop khun khrap

… bedeutet auf Thai soviel wie „Danke“ und ist wahrscheinlich die Redewendung, die ich an den letzten beiden Tagen am haeufigsten verwendet habe. Und tatsaechlich, das ueberrascht freundliche Laecheln, das man erntet, deutet an, dass sich die Thai sehr darueber freuen, wenn man bemueht ist, zumindest einige Woerter der Sprache zu lernen.

Dazu hatte ich inzwischen zwei Tage Zeit, seit ich am Donnerstagabend (Ortszeit) nach leicht turbulenten, aber sonst ganz angenehmen Fluegen in der thailaendischen Metropole landete und muede aber gespannt in den Bus in Richtung Innenstadt stieg.

Untergekommen bin ich in einem Gaestehaus unweit der beruechtigten Khao San Road, mitten im Zentrum, von wo aus sich vieles prima zu Fuss erkunden laesst. Das sehen die unzaehligen TukTuk-Fahrer natuerlich anders, die den noch etwas naiven Neuankoemmling von enormen Entfernungen und den damit verbundenen Strapazen zu ueberzeugen suchen. Und entscheidet sich Letzterer tatsaechlich fuer die abenteuerliche Fahrt durch Smog und Mittagshitze, findet er sich zum „Zwischenstopp“ nicht selten in einer Schneiderei wieder, wo er sich, so er denn moechte, einen Anzug naehen lassen kann, waehrend der Fahrer draussen einen Discount auf seine naechste Tankfuellung erhaelt. Am Ende ist das alles aber halb so schlimm, denn mehr als 10 Baht (ca. 22 Cent) kostet eine solche Fahrt nur selten. Kurzum, gelernt habe ich selbt als erprobter Reisefuehrer einiges an diesen ersten beiden Tagen, an denen ich mich akklimatisiert und erste Erkundungstouren unternommen habe.

Stichwort Erkundungstouren: Schon nach zwei Tagen kann ich all jene sehr gut verstehen, die mich vor der Reise davor warnten, dass „man irgendwann genug hat von Tempeln“. So weit bin ich zwar noch nicht, aber ich habe laengst aufgehoert die Buddhas zu zaehlen, die ich gestern und heute bestaunt habe. Sei es beispielsweise im weltbekannten Wat Phra Keo, der direkt an den Koenigspalast anschliesst, im Wat Pho, wo Touristen wie Pilger rings um den riesigen schlafenden Buddha klimpernd Muenzen in die dafuer vorgesehenen Behaelter werfen oder im Wat Arun, dem Tempel der Morgenroete, von dessen hoechstem Prang man nach kurzem, muehsamen Klettern eine gute Aussicht ueber den Fluss und die Stadt geniesst.

Als ich dort einer ziemlich schraeg klingenden Fidelmusik folgte, stiess ich auf eine Gruppe junger Maedchen, die fleissig mit Ueben beschaeftigt waren, schliesslich aber doch neugierig wurden, wer ihnen da zuhoerte und mir schliesslich begeistert zu Hilfe kamen, als ich selbst noch etwas unbeholfene Versuche mit dem Instrument unternahm.

Was ich gestern und heute sonst noch erlebt habe? Zum Beispiel eine Rundfahrt durch die Klongs (Kanaele), zusammen im Boot mit einer thailaendischen Familie, die mich grosszuegig an ihren mitgebrachten Obst- und Getraenkevorraeten teilhaben liess. Die Fahrt zeigte mir die krassen Gegensaetze, fuer die Bangkok bekannt ist. Denn nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt leben die Menschen in baufaelligen Huetten direkt am Wasser, angewiesen oftmals auf Pendlerboote, die sie morgens in die Stadt und am Abend wieder nach Hause bringen. Gestern Abend testete ich erstmals das thailaendische Bier und holte mir dabei ob der Hitze nicht nur einen roten Kopf, sondern wertvolle Tipps von Petra und Philip – sie Deutsche, er Englaender – die seit Monaten in der Region unterwegs waren und am Ende ihrer Reise stehen.

Gerade als Neuling in Suedostasien sind die Bilder, Eindruecke, Geraeusche oder Gerueche, auf die ich bald an jeder Ecke treffe, natuerlich ueberwaeltigend. Allein die Garkuechen am Strassenrand bieten eine optische und kulinarische Vielfalt, die ihresgleichen sucht und mir die Qual der Wahl laesst. Das Essen, soviel steht jetzt schon fest, wird ein Highlight dieser Reise, selbst wenn ich die gegrillten Heuschrecken noch gar nicht probiert habe.

Auch politisch war heute einiges geboten: Auf dem Sanam Luang direkt im Stadtzentrum fand eine Demonstration der “Roten” statt, Anhaenger des ehemaligen Praesidenten. Sicher erinnert ihr euch an die erbitterten (und teilweise blutigen) Auseinandersetzungen, die Thailand vor nicht allzu langer Zeit erschuetterten. Das Polizeiaufgebot war auch heute massiv, aber wirklich gefaehrlich schien die Lage nicht zu sein. Gerade als ich mich unter die singende Menschenmenge gemischt hatte, passierte es: Die dunklen Wolken, die schon einige Stunden am Himmel gedroht hatten, brachen auf und es goss innerhalb von Sekunden wie aus Eimern. So etwas habe ich, ohne Uebertreibung, noch nie erlebt. Schnell packte ich die Kamera ein und tat es den Thais um mich herum gleich, die sich unter das naechstgelegene Zelt fluechteten. Dort standen wir dicht gedraengt, warteten, und ich erzaehlte einmal mehr, dass ich aus Germany sei, woraufhin mein Gespraechspartner einmal mehr die Faehigkeiten der deutschen Fussballer lobte.

Fazit: Ich fuehle mich bisher sehr wohl und blicke mit grosser Vorfreude auf die vor mir liegenden Wochen. Soviel zu meinen ersten Eindruecken aus Bangkok, dem ersten (und in knapp sieben Wochen auch letzten) Stop meiner Tour. Morgen Nacht fahre ich weiter in Richtung Norden. Zunaechst nach Sukhothai, wo ich zwei Tage verweilen, die historischen Wurzeln des Landes erkunden und nach dem Trubel der Stadt entspannen will, spaeter weiter noerdlich nach Chang Mai, das als Ausgangspunkt einer dreitaegigen Trekking-Tour dienen wird. Ein erstes Fotoalbum steht online: http://picasaweb.google.com/christoph.truebenbach/Bangkok

Laa gon (tschuess)!

June 24, 2009

Rucksack gepackt: Bangkok minus 23 Stunden

Über ein Jahr ist vergangen seit meinem letzten Eintrag, als ich noch aus Irland berichtete. Wer sich wundert, wo die Einträge aus La Rochelle, Berlin und Irland abgeblieben sind: Ich habe sie aus Gründen der Übersichtlichkeit vorübergehend vom Netz genommen. Denn dieser Blog soll ein neues Gesicht erhalten in den nächsten Wochen, in denen ich in der Mekong-Region backpacken werde. Und da passt das zwar liebgewonnene, aber eben doch westeuropäisch regnerische Irland doch nicht mehr so richtig ins Bild. Ihr merkt, im Gegensatz zu früheren Beiträgen schreibe in deutscher Sprache. Und auch sonst möchte ich einiges ändern, beispielsweise meine Einträge kürzer halten und dafür vielleicht etwas häufiger schreiben.

Es ist einiges geschehen, seitdem ich Irland nach einem grandiosen Jahr als Student in Dublin und anschließend Reiseleiter im ganzen Land den Rücken kehrte: In New York schnupperte ich im Spätsommer Großstadtluft und absolvierte ein spannendes Praktikum in der Ständigen Vertretung Deutschlands bei den Vereinten Nationen, bereits mein zweiter Einsatz im Auswärtigen Dienst. (Ob ich mich später beim AA bewerben werde, ist noch immer offen.) Die Rückkehr nach Mannheim fiel mir nach anderthalb Jahren Abwesenheit nicht eben leicht, doch fand ich Anfang Oktober eine tolle WG, ganz in der Nähe meiner ehemaligen gelegen. Zwei Semester sind inzwischen vergangen, zwei weitere warten noch auf mich, bevor ich nächsten Sommer mein Studium (vorerst?) abschließe.

Warum ich ausgerechnet seit heute wieder blogge, hat aber vielmehr mit dem Abenteuer zu tun, das diesen Sommer vor mir liegt und heute Nacht beginnt:




Thailand - Laos - Kambodscha - Vietnam.
Sieben Wochen.
Mein Rucksack und ich.
So jedenfalls die Idee.




Konkrete Pläne habe ich keine geschmiedet, eine genaue Reiseroute steht auch noch nicht. Ich komme einfach morgen in Bangkok an und und schaue vor Ort, was mich erwartet.

Für euch und mich werde ich hier in den nächsten Wochen bis zum 12. August, dem Tag meiner Heimkehr, ein wenig schreiben über Land und Leute, besondere wie alltägliche Erlebnisse. Wenn ihr Interesse habt, mir auf meiner Tour ein wenig zu folgen, könnt ihr neue Einträge auf der rechten Seite oder unten ganz einfach abonnieren. Selbstverständlich werde ich auch fotografieren, erstmals mit einer hochwertigen Kamera, worauf ich mich besonders freue. Die Links zu den entsprechenden Alben findet ihr in den Einträgen oder ebenfalls auf der rechten Seite.

Südostasien ist mir bisher völlig unbekannt. Ich bin sehr gespannt, was mich erwartet und kann es kaum erwarten, heute Abend eine Stunde vor Mitternacht ins Flugzeug über Abu Dhabi nach Bangkok zu steigen.

Auch in der thailändischen Metropole, beim Trekking in Laos, in den Tempeln Kambodschas und an der Küste Vietnams freue ich mich natürlich über eure Mails und Kommentare.

Lasst es euch gutgehen, einen schönen Sommer!

Chris

April 27, 2008

Beautiful Day

This goes out to all those who're afraid of the weather in Ireland. Today, like actually most days recently, was terrific, with only few small white clouds in the sky, long stretches of beautiful sunshine and mild temperatures. Spring finally seems to have arrived and palpably changes people's moods. Dubliners flock to the streets. There is cheerful chatter everywhere, and ice cream, sunglasses and Latte Macciatos. I came back myself from St. Stephen's Green an hour ago, where I had enjoyed the sun and the last 50 pages of Salman Rushdie's Midnight's Children. (An nice read, for that matter.) In terms of literature, my next "project" will be Leo Tolstoy's War and Peace which, in the light of my speed at the moment, should keep me busy for a few months. But I'm getting off the track ...

Thus back to Dublin where I've been trying to catch up on a few sights that I haven't had a chance to visit so far. Such as the famous Chester Beatty Library (see below) which boasts an impressive collection of ancient religious manuscripts from the Qu'uran, the Bible and the Torah, texts and other exhibits from Hinduism and Buddhism, and much more.



The Library is housed on the premises of Dublin Castle, the seat of the former Irish viceroys, which I happened to visit today. The site from which the English Crown was for centuries ruling Ireland had seen a military fortress as early as during the Viking and subsequent Norman conquests. Just as an aside, did you know where Earl Grey tea got its name from? Take a close look at the inscription beneath the portrait below, which also shows one of those Irish viceroys, and you'll know.



Last Saturday saw my second training for the summer job. Susanne, an experienced German tour guide, took us "trainees" around the city centre and later south to the Wicklow Mountains. Everyone of us got the chance to practise with the microphone on the bus. On the way back we had a short visit to the Powerscourt Estate, particularly the magnificent Gardens, which give an idea of 18th century Anglo-Irish aristocracy. Funnily enough the Wingfield family who lived there maintained a "pet cemetery" with actual gravestones and rather curious epitaphs. But see for yourselves below ...



As regards the tour guide job I am getting really excited about it, and a bit nervous, too. Not that I have any doubts about my ability to show German tourists around the country. Far from it. Yet there's quite a lot prepare before my first tour will set off on May 30th: Irish and Dublin history, sights, culture, language, economic and political facts, anecdotes ... after all, I'd like to make a good and competent impression when I welcome my first group in a bit more than a month. As I hoped before, however, I'm in fact learning very much about this country through my daily preparations. Fortunately I'll only have to sit one single exam in four weeks and therefore have plenty of time to get ready and, as I said earlier, further explore Dublin for myself. (Speaking of inside tips, check out the Queen of Tarts on Dame Street should you ever make it to Dublin. The name speaks for itself: it's a tiny bistro/café that serves home-made tarts in all different guises and flavours. Today, for example, I had tomatoes, goat cheese and herbs. Simply delicious!)



Meanwhile I've booked my flights for the summer. After 10 months my Dublin/Ireland adventure will finally come to an end on July 7th. After relaxing a bit at home I shall pack again and head off to New York four days later, on July 11th, where I'll be staying roughly eight weeks until September 3rd. This summer promises simulataneously to be demanding and busy, entertaining and exciting. I can't wait.
As always I've added to my Dublin album and also uploaded some pictures of Powerscourt Gardens, if you're inclined to take a look.

Otherwise I hope you're also having such lovely weather, wherever you are.

Chris

March 22, 2008

Paddy's Day

Wow, it's almost been a month since Paddy's Day but I just haven't had the time to update the blog recently. What's more, St. Patrick's Day was much less exciting than I'd expected it to be. Which, however, was also due to the fact that I had to go straight back to my essays after we watched the parade and the "All Ireland Club Finals" in Gaelic Football and hurling afterwards in Croke Park. The latter event was quite interesting, though, as it was the first time I went to the stadium to watch Irish sports. Nevertheless, given that there were only some 30.000 people (in a stadium that fits some 80.000), no alcohol was sold and it became increasingly cold over the afternoon, I really didn't mind going home to have a hot cup of tea soon after. As you can see, Paddy's Day (at least in Dublin) was not the greatest thing I've ever experienced. Anyway. In a sense, the little girl on the first picture below was by far the cutest I saw on that day. For more pictures, check out http://picasaweb.google.co.uk/christoph.truebenbach/StPatrickSDay.



I'm at home in Germany this weekend, after I didn't have time for a visit over Easter. Now that all the essays I've been working on over the past few weeks are finished and handed in, though, I'm enjoying a relaxed couple of days with my family. After all, this is my last visit at home before early July as I'll be starting with my summer job in Ireland just after my last exam in Trinity in late May. Before, there'll be one more visit by Veronika, a friend from Germany. I'm very much looking forward to seeing her again, also because we might venture out for yet another road trip along the West Coast, probably heading towards Donegal.

I'll leave it at this for the moment. By the way, whoever is reading this and might know someone who's got a room to let in New York, please do let me know as I'm still looking for affordable accommodation from mid-July to the end of August.

Take it easy

Chris

March 16, 2008

Dublin, Galway, Connemara, Mayo

Saturday night. It's late, and I'm tired after working all day on a politics essay: "What influences voters' behaviour in elections for the European Parliament?" ... which is actually interesting, as I found after reading through numerous studies on the issue. Either way, simply don't expect great prose tonight.
Essays ... that's what I'll be concerned with until the end of the month. It's the second week of Easter break in college, however, it doesn't really feel thus because, for some reason, all my essay deadlines seem to be clustered around March 31st, which is keeping me busy. Nevertheless, it would be exaggerated to claim that studying is all I'm doing these days.
For one thing, there'll be St. Patrick's Day on Monday which I'm looking forward to, although Irish friends have been advising to stay at home rather than struggling in the massive crowds that are expected to witness the famous parade as it marches through the city centre. My flatmate Jojo, his girlfriend, two more friends and I are still trying to get tickets for the "All Ireland Club Finals" in Gaelic football and hurling, which take place in Croke Park just after the parade. I've wanted to watch both a hurling and a football match ever since I arrived last year, and it would be great if that works out on Paddy's Day.
Last week saw my brother come over for a one-week visit. After spending some pleasant days in Dublin, exploring further cultural sights such as the National Gallery, we set off for yet another road trip along the West Coast. Starting in Galway, where we had much fun with a few American girls in a pub, we headed north, cruising along the rugged coast of Connemara und furter on into County Mayo before eventually making our way back to Dublin. Although the rain just didn't want to cease, we had a great time on the road, and I was once more awestruck by Ireland's beautiful scenery. Nick left on Thursday, abruptly ending my short holidy and directing my focus to voters' behaviour (see above) instead.
I'll leave you here with a few impressions of our trip. As always, more pictures are available online: http://picasaweb.google.co.uk/christoph.truebenbach/NicksBesuchTripNachGalway
Take care,
Chris