July 22, 2012

Drei Wochen in Indien

Seit Samstagmittag bin ich zurück in München. Dieses Mal dauerte mein Zwischenstopp in Istanbul nur eine Stunde, was meine Rückreise auf 11 Stunden verkürzt hat. Eigentlich wollte ich mich noch mal aus Delhi melden. Allerdings ist mir am vorletzten Abend dann genau das passiert, was mir in den drei Wochen zuvor erspart geblieben war: Ich habe mir den Magen verdorben und eine unruhige Nacht über der Kloschüssel verbracht.

Wie erwähnt hatte ich am Donnerstag Pallavi zum Essen getroffen, eine indische Arbeitskollegin, die ich letztes Jahr in den USA kennengelernt hatte und die in unserem Office in Gurgaon arbeitet, rund 45 Minunten südlich von Delhi und nicht weit vom Flughafen gelegen. Um die Hektik der Innenstadt zu meiden, hatte ich mich für die letzten beiden Nächte noch mal in ein schönes Hotel in der Nähe des Flughafens einquartiert.

Das Wiedersehen mit Pallavi war sehr schön, nur haben wir eben das falsche Restaurant ausgesucht (oder mein Magen hatte einfach einen schlechten Tag). Zumindest hatte ich mit meiner Hotelbuchung insofern Glück, als ich vom Personal dort sehr fürsorglich mit Tee, Bananen und sogar frischen Blumen versorgt wurde, nachdem sich herumgesprochen hatte, dass ich mit Magenkrämpfen in meinem Zimmer ausharrte.

Wie dem auch sei, rückblickend habe ich drei bereichernde Wochen in Indien verbracht, die mir Lust auf mehr gemacht haben, zumal ich in der kurzen Zeit ja nur einen Bruchteil erkundet habe. In guter Tradition dieses Blogs zum Schluss spontan noch einige Highlights:

In den vergangenen drei Wochen habe ich ...

... wie wohl die meisten Besucher das weltberühmte Taj Mahal mit offenem Mund bestaunt

... bei Temperaturen weit über 40 Grad in Delhi und Agra Unmgengen von Wasser in mich hineingeschüttet (und wieder verloren)

... mit offenen und neugierigen Menschen viele interessante Gespräche über die indische Regierung, lähmende Korruption, verschiedene Religionen, die Erfolgsaussichten von "Arranged Marriages" gegenüber "Love Marriages", die zunehmende Schere zwischen Arm und Reich und viele andere Themen geführt

... jede Menge Chai und Lassi getrunken

... in einer luxuriösen Hotel-Suite mit King-Size-Bett und heruntergekommenen Gästehäusern mit steinharten Matratzen (und wahrscheinlich Bettwanzen) geschlafen

... köstliche Speisen mit den Händen gegessen

... den alltäglichen Wahnsinn im indischen Straßenverkehr irgendwann nicht mehr bemerkt

... unzählige E-Mail-Adressen von Travellern aus aller Welt in meinen inzwischen sehr mitgenommenen Reiseführer gekritzelt

... die indische Eisenbahn mit ihren sieben verschiedenen Passagier-Klassen und unzähligen (nicht selten absurden) Berufsbezeichnungen getestet

... laut Google Maps auf meiner Reiseroute rund 1.500 Kilometer auf dem Landweg zurückgelegt (den Rückflug von Leh nach Delhi nicht mitgezählt)

... auf die reizvollen Städte Rajasthans zwangsläufig verzichtet, da es zu dieser Jahreszeit dort einfach zu heiß ist

... im legendären Toy Train rund acht Stunden auf engstem Raum mit verschiedenen indischen Familien zugebracht und dabei wohl mehr über dieses Land erfahren, als andersweitig möglich gewesen wäre

... mich in unzähligen Handys und Digitalkameras von Indern aus allen Teilen des Landes verewigt und dabei meistens die erstaunte Frage beantwortet, warum ich mit 28 Jahren noch unverheiratet bin und alleine reise

... die Hektik in der Metropole Delhi ertragen und die Ruhe im Gebirgsort Naggar genossen

... mich in der "Backpacker Community" oft fremd gefühlt, obwohl ich selbst als Backpacker nach Indien gekommen war

... den zweithöchsten "Highway" der Welt durch die schroffe Schönheit Ladakhs überlebt, durch die wir zwei Tage (immer ab Abrund entlang) geruckelt sind

... mich in Leh angesichts safranfarbener Mönche, bunter Gebetsfahnen, buddhistischer Klöster und leckerer Thukpa und Momos auf den Speisekarten wie in Tibet gefühlt

... meine Trekking-Tour im Himalaya leider schon nach dem ersten Tag abgebrochen, weil mich trotz Akklimatisierung plötzlich die Höhenkrankheit gepackt hat

... nach reiflicher Überlegung und trotz offenbar entspannter Sicherheitslage auf das sagenumwobene Kaschmir-Tal verzichtet und stattdessen länger als geplant in Leh entspannt

... mich vielleicht nicht körperlich erholt, aber durch den Perspektivenwechsel einen neuen Blick auf mein Leben zuhause gewonnen

... gerne (für mich und euch) gebloggt und jede Menge Fotos geschossen

... eine tolle Zeit gehabt, so dass ich irgendwann bestimmt wiederkehren werde in dieses riesige, bunte, liebenswürdige, chaotische Land.

München, 22. Juli 2012

July 17, 2012

Trekking ... und dann AMS

Gestern ist es nicht so gut gelaufen. Eigentlich sollte ich ja gerade einige Stunden entfernt von hier durch die Landschaft Ladakhs trekken. Und so habe ich gestern morgen aus meinem Gaestehaus ausgecheckt, alles Notwendige in den  kleinen Rucksack gepackt, meinen Backpack in der Agentur untergestellt und bin zusammen mit zwei Franzosen und unserem Guide in den Jeep gestiegen.

Ausgangspunkt war eine Besichtigung des Klosters in Likir, anschliessend sind wir bei gleissendem Sonnenschein, moderaten Temperaturen und angenehm frischem Wind in die Pampa hinein marschiert. Die ersten paar Stunden verliefen problemlos, doch ploetzlich hat mich die akute Hoehenkrankheit (Acute Mountain Sickness / AMS) gepackt. Obwohl wir uns zu dem Zeitpunkt auf rund 4.500 Metern ueber Meeresspiegel befanden (und damit immerhin 1.000 Meter oberhalb von Leh), kam die Attacke ueberraschend, hatte ich mich nach vier bis fuenf Tagen in Leh doch ausreichend akklimatisiert gefuehlt. Zudem verlief die Strecke trotz einiger Steigungen insgesamt nicht besonders anspruchsvoll. Getrunken hatte ich auch genug.

Doch leider hat AMS nichts mit koerperlicher Fitness zu tun und wirkt sich bei jedem ganz unterschiedlich aus. So hatte ich zunehmend Kopfschmerzen und Atemnot, fuehlte mich extrem erschoepft und konnte kaum noch weitergehen. Dass wir uns in voelliger Isolation, weit entfernt von jeglichem Mobilfunknetz in einer Art Fels- und Sandwueste befanden, die das Sonnenlicht stark reflektierte, motivierte mich nicht gerade, die Situation cool und nuechtern zu betrachten. Dank des Guides und meinen beiden Kameraden, einem nassen Tuch in der Muetze und vielen Pausen erreichte ich aber schliesslich das abgelegene Dorf, in dem wir die Nacht verbringen sollten. Schnell entschied ich mich allerdings dafuer, den Trek abzubrechen und einen Bewohner des Dorfes dafuer zu bezahlen, mich umgehend nach Leh zurueckzubringen.

Inzwischen bin ich wieder fit und verbringe jetzt eben noch zwei entspannte Tage hier im Ort. Es ist natuerlich schade, dass mir in dieser atemberaubenden Umgebung nicht mehr Trekking vergoennt war, andererseits hatte ich grosses Glueck, dass der Zwischenfalls so glimpflich ausgegangen ist. Umso mehr freue ich mich schon auf das Wiedersehen mit einer indischen Arbeitskollegin in Delhi, die ich letztes Jahr in den USA kennengelernt hatte. Hier die Fotos meiner Trekking-Tour, die sich leider nur ueber einen statt drei Tage erstreckt hat.

July 15, 2012

Tibet in Indien

Ich verbringe den vierten entspannten Tag in Leh, 3.500 Meter ueber dem Meeresspiegel. Inwischen habe ich mich zwar akklimatisiert, trotzdem spuere ich die Hoehe noch immer, wenn ich die steilen Treppen der umliegenden Kloester erklimme oder nachts, wenn ich laenger als zuhause wachliege.

Und doch lasse ich es mir auf dieser letzten Etappe meiner Reise richtig gut gehen. Heute Morgen habe ich entspannt mit einem Deutschen, einem Hollaender und einen Neuseelaender auf dem Balkon gefruehstueckt. Auf dem Tisch standen schwarzer Tee mit Milch, frisch gebackenes Fladenbrot nach Kaschmir-Art und milder Huettenkaese, die wir in einer der verschlungenen Gassen hinter der Moschee fuer ein paar Rupien erstanden hatten, dazu Honig, Aprikosen-Marmelade und getrocknete Apfelringe von dem beliebten Oekoladen um die Ecke, wo man auch auf ein Glas frischen Saft oder Lassi vorbeischauen, gefiltertes Wasser nachfuellen und seine schmutzige Waesche guten Gewissens abgeben kann.

Die wenigen Sehenswuerdigkeiten der Stadt habe ich mir in den letzten Tagen angesehen - darunter einen halb verfallenen Palast am Berghang und eine relativ neue Stupa, die auf einem Huegel gegenueber der Stadt thront und einen fantastischen Ausblick bietet, wenn man nach ueber 500 Stufen keuchend oben angekommen ist. Gestern habe ich mich (zusammen mit gefuehlt 50 Indern) in einen winzigen klapprigen Bus gequetscht und einen Ausflug zum Kloster von Thikse unternommen, einem der architektonisch reizvollsten im Himalaya, das rund 20 Kilometer entfernt auf einem Berg im Indus-Tal erbaut wurde. Die Farbenpracht der diversen Tempel und Gebetshallen dort (sowie in einem kleineren Kloster, wo ich anschliessend einen Abstecher eingelegt habe), sind schwer in Worte zu fassen, deshalb lasse ich lieber die Fotos dieses Tagesausflugs fuer sich sprechen.

Meinen urspruenglichen Plan, via Kaschmir per Bus nach Delhi zurueckzufahren, habe ich uebrigens aufgegeben. Auch wenn Touristen in jener Region in den letzten Jahren nichts mehr passiert ist, kommt es dort immer wieder zu gewalttaetigen Ausschreitungen von Separatisten und Scharmuetzeln zwischen der indischen und pakistanischen Armee. So gerne ich mir das Kaschmir-Tal angesehen haette - es blieb doch ein flaues Bauchgefuehl zurueck, zudem war meine bisherige Route so ambitioniert, dass mir ein paar Tage Entspannung hier im beschaulichen Leh ganz gut tun.

Stichwort "ein paar Tage": Unter den Reisenden hier gehoere ich mit meinen insgesamt drei Wochen in Indien ganz klar zu denjenigen, die (zu) wenig Zeit mitbringen. Viele sind mehrere Monate, wenn nicht sogar weit ueber ein Jahr, in diesem Land unterwegs, bereisen verschiedene Regionen und verbringen jetzt im Sommer alleine mehrere Wochen hier oben in Leh, das als Ausgangspunkt fuer unzaehlige Trekking-Routen durch atemberaubende Landschaften dient. Viele Gespraeche auf der Strasse oder in den Gaestehaeusern drehen sich folglich auch darum, wo man billig ein Zelt kaufen kann, welche Ausruestung fuer einen 6.000er erforderlich ist oder welche Landkarten man dabei haben sollte, wenn man auf eigene Faust loszieht. Und natuerlich gibt es gerade hier viele Hippies und Haengengebliebene, und das Cannabis-Aroma ist gerade abends allgegenwaertig.

An interessanten Begegnungen und angeregten Diskussionen ueber das Reisen, das Leben zuhause oder auch die tibetische Kultur mangelt es mir hier oben bestimmt nicht, obwohl ich mich gerade ueber Tibet zunaechst genauer informieren muesste, um wirklich mitreden zu koennen. Dass die tibetische Kueche ausgesprochen lecker und vielseitig ist, kann ich aber gluecklicherweise auch ohne Vorwissen beurteilen.

Dies wird wohl mein letzter Beitrag aus Leh, da ich ab morgen frueh selbst zu einer kleinen Trekking-Tour aufbrechen werde. Zusammen mit zwei Franzosen und einem Guide werden wir ein Tal in der Umgebung entlangwandern und nachts in sogenannten "Home Stays" bei oertlichen Familien unterkommen. Ich bin froh, dass ich in Anbetracht meines kurzen Aufenthaltes hier zumindest eine kleine Tour auf die Beine stellen konnte, denn die Landschaft von Ladakh, zwischen fruchtbar gruenen Taelern, kargem Wuestengebirge und der Kulisse von schneebedeckten 6.000ern im Hintergrund, ist in der Tat einmalig.

Die kommenden drei Tage werde ich also draussen sein, Donnerstagmorgen fliege ich schliesslich nach Delhi zurueck. Von dort werde ich mich noch mal melden und mich vielleicht schon an ein erstes Fazit dieser Reise wagen. Zum Schluss noch die Fotos aus Leh selbst.

July 12, 2012

500 Kilometer und knapp 30 Stunden auf dem Mond

"Ohnehin esse und trinke ich immer entspannter und bilde mir ein, inzwischen relativ gut abschaetzen zu koennen, wo ich zugreifen kann und wovon ich besser die Finger lasse. Kann natuerlich sein, dass es mich auch noch erwischt."

So noch meine Worte vor einigen Tagen in Naggar. Inzwischen hat es mich erwischt - zwar nicht schlimm, aber ich esse mehr Bananen als sonst (und einige Tabletten) und achte darauf, ein einigermassen passables Klo in der Naehe zu haben. Mittlerweile geht's mir aber schon deutlich besser, nachdem ich mich in meiner ersten Nacht hier in Leh erst einmal ausgeschlafen habe.

Heftige Magenkraempfe haben mich allerdings gestern geplagt, am zweiten Tag auf dem (angeblich) zweithoechsten Highway der Welt, der uns in einem erstaunlich widerstandsfaehigen Bus von Manali nach Leh in der noerdlichsten Provinz Ladakh schleppte. Ich bin also im (ruhigen) Osten der Provinz Jammu und Kashmir angekommen, nicht weit von der Grenze zu Tibet entfernt, und tatsaechlich ist der tibetische Einfluss in diesem huebschen, kleinen, staubigen Gebirgsort allgegenwaertig: Bunte Gebetsfahnen flattern im Wind, tibetische Moenche (nicht selten mit Sonnenbrille und iPhone) schlendern ueber die Basare, auf vielen Speisekarten stehen Thukpa (Nudelsuppe) und Momos. Ueber Leh werde ich noch etwas ausfuehrlicher schreiben, wenn ich mich angesichts der immer noch 3.500 Hoehenmeter ein wenig akklimatisiert und eines der umliegenden buddhistischen Kloester besucht habe.

Mein Magen hat allerdings wohl kaum wegen des Essen rebelliert als vielmehr wegen der ueber weite Strecken katastrophalen Beschaffenheit des "Highways" und des damit verbundenen Nervenkitzels, der die knapp 500 Kilometer und gut 25 Stunden reine Fahrtzeit begleitet hat. Ihr koennt euch vorstellen, dass wir nicht schlecht gekeucht haben, als wir am spaeten Nachmittag des zweiten Tages endlich den letzten und hoechsten Pass in 5.328m Hoehe erklommen hatten. Spaetestens dort war ich unter den "Patienten" im Bus in guter Gesellschaft. (Nebenbei bemerkt ist Klopapier hier oben unverschaemt teuer.) Die Fotos von der Strecke, die ich aus dem offenen Fenster heraus oder waehrend der Zwischenstopps geschossen habe, verdeutlichen vielleicht, wovon ich spreche, vermitteln aber hoffentlich auch einen Eindruck von der unwirklichen Schoenheit dieser Mondlandschaft, durch die ich zusammen mit Indern, Franzosen, Deutschen, Oesterreichern, Schotten, Australiern und anderen geruckelt bin.

Aufgebrochen waren wir vorgestern Morgen in der Stadt Manali, die ihrem Ruf als touristischem Zentrum des Bundesstaates Himachal Pradesh alle Ehre macht. Viele Inder entfliehen der Hitze Delhis, Rajasthans oder Punjabs und verbringen hier ihre Flitterwochen, und unweit der Bauernhoefe des alten Dorfkerns reihen sich Backpacker- und Internet-Cafes aneinander, auf deren Speisekarten Pizza-Pasta-Pancake leider  allzu oft traditionelle indische Gerichte verdraengen. Interessant: Die mit Abstand haeufigsten Nationalitaeten, die mir dort begegnet sind, waren Israelis und Koreaner. (Offenbar wird Manali in deren Reisefuehrern noch einladender beschrieben als in Lonely Planet und Stefan Loose.) Zwar hatte ich noch insofern Glueck, als ich mich in einem abseits gelegenen Guesthouse mit Balkon einquartiert und dort am Abend ein interessantes Gespraech mit einer Chinesin gefuehrt habe. Doch war ein Tag fuer die Sehenswuerdigkeiten und einen Bummel ueber den Basar dann auch genug. Was mir in Manali vor die Linse gekommen ist, seht ihr hier.

Wie geht's weiter? Ich bin noch etwas unentschlossen. Etwas mehr als eine Woche verbleibt mir, ehe ich irgendwie (d.h. per Bus und Zug oder Flugzeug) nach Delhi zurueckkehren muss. Vielleicht werde ich mehrere Tage hier in Leh entspannen, einige Ausfluege in die naehere Umgebung unternehmen, etwas Trekking machen und schliesslich direkt nach Delhi zurueckfliegen. Andererseits reizt mich die andere der beiden Routen, ueber die Leh auf dem Landweg mit dem restlichen Subkontinent verbunden ist: naemlich die Strecke durch das muslimisch gepraegte Kaschmir-Tal an der Grenze zu Pakistan, via der beiden Staedte Srinagar und Jammu. Aus mehreren Quellen habe ich erfahren, dass Touristen hier seit Mitte der 1990er-Jahre nichts mehr passiert und die Sicherheitslage aktuell entspannt ist. Ein mulmiges Gefuehl bleibt aber, und so muss ich dieses (zurzeit wohl eher geringe) Risiko gegen die unbeschreibliche Schoenheit abwaegen, die man dieser fruchtbaren, gruenen Region nachsagt.

So oder so werde ich mich in den naechsten Tagen noch mal mit einem Update aus Leh melden, dem wohl noerdlichsten Abstecher meiner Reise.

July 08, 2012

Relaxen in Naggar

Entspannter als heute geht eigentlich nicht. Ich melde mich aus Naggar, einem verschlafenen Gebirgsdorf im Kullu-Tal, das frueher offenbar sogar Hauptstadt der Gegend war. Ausserdem hat sich im Jahr 1929 der russische Kuenstler, Schriftsteller, Philosoph, Archaeologe, Forscher und Mystiker Nicholas Roerich hoch oben ueber dem Dorf zur Ruhe gesetzt, was den Ruhm dieser Enklave noch mal gesteigert hat. Dessen Anwesen, in dem sich heute eine Galerie mit einigen seiner Werke befindet, habe ich mir vorhin angesehen. Ansonsten zieren einige winzige Tempel die Landschaft, und das kleine Schloss an einem Steilhang, das als Palast, koloniales Herrenhaus, Gerichtsgebaeude und Schule gedient hat, beherbergt heute ein ziemlich schickes Hotel.


Zu Mittag gab's tibetische Nudelsuppe und Momos (gefuellte Teigtaschen), nachher werde ich mir eine frisch gefangene Forelle goennen, eine Spezialitaet dieser Gegend. Nebenbei habe ich "A Passage to India" von E.M. Forster angefangen, stelle aber fest, dass ich mir hier eher wenig Zeit zum Lesen nehme. Beim Chai kam ich vorhin mit einem israelischen Paar ins Gespraech, die mir von ihrem Leben im Kibbuz erzaehlt haben und deren Fragen zu Deutschland ich so gut wie moeglich beantwortet habe.

Was diesen Ort von den anderen auf meiner Reise abhebt, ist seine Stille. Vom Zwitschern der Voegel abgesehen ist es hier fast totenstill, und selbst gehupt wird nur selten. Nach dem Trubel von Delhi und den vielen Touristen in Agra und Shimla geniesse ich das sehr. Die frueheren Bewohner werden schon gewusst haben, warum sie hier so viele Tempel errichtet haben. Diese daf man auch als Nicht-Hindu besuchen, nachdem man seine Schuhe draussen gelassen hat; nur manchmal ist das innere Heiligtum tabu. Fuer eine kleine Spende hat mir ein steinalter Guru vorhin sogar ein paar Rosinen geschenkt, die ich voller Vertrauen sogleich verputzt habe. Ohnehin esse und trinke ich immer entspannter und bilde mir ein, inzwischen relativ gut abschaetzen zu koennen, wo ich zugreifen kann und wovon ich besser die Finger lasse. Kann natuerlich sein, dass es mich auch noch erwischt. Trotzdem tun mir all jene (westlichen) Reisenden leid, die hier nur zu PPP (Pizza, Pasta, Pancake) greifen.

Ihr seht, es gibt nicht viel Aufregendes zu berichten, und doch (oder gerade deshalb) bin ich froh, diesen kleinen Abstecher auf der Strecke zwischen Shimla und Manali hier eingelegt zu haben. Morgen frueh werde ich meine gemuetliche Mountain Lodge zuruecklassen und (mit frisch gewaschenen Klamotten) weiterziehen. Je nachdem, wie leicht ich in Manali einige andere Reisende fuer einen gemeinsamen Jeep begeistern kann, werde ich dann in den naechsten Tagen aufbrechen zu einer Zwei-Tages-Tour ueber den zweithoechsten Highway der Welt, von Manali nach Leh in der Region Ladakh.

Zum Schluss noch ein paar Worte zum krassen Gegensatz zwischen Arm und Reich in diesem Land. Dieser tritt ueberall zu Tage, vor aber in den (von wohlhabenden Indern in Beschlag genommenen) Ferienorten hier in den Bergen. In vielen Gespraechen habe ich gelernt, dass die Schere zwischen neureicher Oberschicht und den Habenichtsen auf der Strasse immer weiter auseinandergeht. Vor diesem Hintergrund aeussern sich viele Inder enttaeuscht von der aktuellen Regierung, die doch von dem allseits als Wirtschaftsexperten anerkannten Manmohan Singh geleitet wird. Wenn ich nach den Ursachen frage, erhalte ich immer aehnliche Antworten - naemlich die florierende Korruption, aber auch den unvorstellbar schwierigen Drahtseilakt, ein Land mit unzaehligen Religionen, Sprachen und Kulturen auf demokratische Weise voranzubringen.

Die Forelle wartet, und vielleicht bekomme ich in dem kleinen Laden nebenan ja sogar ein, zwei Flaschen Kingfisher fuer einen entspannten Abend nachher auf dem Balkon. Hier die Fotos aus Naggar.

July 06, 2012

On the Toy Train

Fast fuehle ich mich wie ein Filmstar. Mir ist zwar (noch) keine Rolle in einem Bollywood-Schinken angeboten worden, allerdings wurde ich inzwischen wohl in schaetzungsweise 100 Digitalkameras und Handys aus allen Teilen dieser riesigen Nation verewigt. Gerade die Begegnungen mit inlaendischen Touristen aus Gegegenden, die selbst wenig westlichen Tourismus erleben, bringen es meistens mit sich, dass ich frueher oder spaeter mit allen Familienmitgliedern fuer's Erinnerungsfoto posiere (siehe rechts). Ich mache das gerne und freue mich jedes Mal, wenn ich mit Einheimischen ins Gespraech komme. Und da zurzeit nicht eben Hauptsaison fuer Indien-Reisen ist (siehe meine Ausfuehrungen zur Hitze im vorherigen Beitrag), habe ich hier wesentlich mehr Kontakt mit Einheimischen als mit anderen (westlichen) Reisenden. Und doch, als Tourist zur Touristenattraktion zu werden - das ist schon amuesant. Hier uebrigens die drei beliebtesten Fragen, die ich unzaehlige Male taeglich beantworten muss, in absteigender Haeufigkeit:
  1. Where are you from? (Antwort: I'm from Germany.)
  2. Are you travelling alone? (Antwort: Yes.)
  3. Are you not married? (Antwort: No, not yet.) 

Das loest dann meistens Erstaunen aus, und nicht selten ergibt sich daraus ein interessantes Gespraech. Die Neugierde und das Interesse, aber auch das oft beachtliche Vorwissen der Menschen hier beeindrucken mich sehr.

Ich schreibe uebrigens aus einem kaum zwei Meter breiten Internetcafe in der Fussgaengerzone von Shimla, der Hauptstadt des noerdlichen Bundesstaat Himachal Pradesh. Shimla ist ueber mehrere Ebenen verteilt am Hang gelegen und diente lange Jahre der britischen Besatzungsmacht als Sommerresidenz. Heute scheint die Stadt ein beliebter Ausflugs- und Urlaubsort fuer die von der Hitze geplagten Inder aus dem nahen Bundesstaat Punjab oder der Hauptstadt Delhi zu sein, jedenfalls fuer diejenigen, die sich die etwas hoeheren Preise hier oben leisten koennen. Den ganzen Tag ueber flanieren unzaehlige Familien ueber die "Mall", die zentrale Fussgaengerzone (siehe links). Und da ich die wenigen Sehenswuerdigkeiten der Stadt heute schon erkundet habe, werde ich morgen frueh einen Bus weiter in Richtung Norden nehmen: Auf dem Weg nach Manali habe ich ein, zwei Tage Zwischenstopp im Gebirgsort Naggar eingeplant.


Nach Shimla kam ich gestern wie schon erwaehnt mit dem legendaeren Toy Train (siehe letzter Beitrag) - ein unvergessliches Erlebnis und wohl bisheriges Highlight dieser Reise. Nicht fuenf bis sieben (Angabe im Reisefuehrer), sondern gut acht Stunden ruckelten wir in dieser winzigen Bimmelbahn unzaehlige eingleisige Serpentinen entlang durch die ersten Auslaeufer des Himalayas - die Fenster und Tueren offen, die Temperaturen zunehmend angenehm, die Sitzbaenke eng und hart, die Stimmung im Waggon aber umso ausgelassener.

Immer wieder hielten wir an winzingen Bahnhoefen, um entgegenkommende Zuege durchzulassen und uns bei den fliegenden Haendlern mit scharfem Knabberzeug und frisch gekochtem Chai einzudecken. Wer mich kennt, wuerde jetzt davon ausgehen, dass ich mir die Zeit mit Lesen vertrieben haette. Fehlanzeige, denn mit den Familien rings um mich herum, darunter Hindis, Sikhs und Muslime, ging mir der Gespraechsstoff auf der ganzen Fahrt nicht aus: Religion, Politik und Wirtschaft, Ehe und Familie, Moralvorstellungen, Kueche, Schule oder Studium - als wir lange nach Einbruch der Dunkelheit endlich mit lautem Getoese in Shimla eintrudelten, hatte ich einiges ueber dieses Land gelernt ... und wohl auch das eine oder andere Vorurteil ueber Deutschland und die Deutschen widerlegt.

Ich bin also in den Bergen angekommen - und sollte trotzdem noch ein paar Worte ueber meinen eintaegigen Abstecher nach Agra verlieren. Denn am Taj Mahal ist es mir aehnlich ergangen wie damals bei den Tempeln von Angkor Wat in Kambodscha: Ich staunte nicht schlecht, und die anfaengliche Skepsis, ob die Anzahl der Besucher an sich schon ein Qualitaetskriterium fuer eine Sehenswuerdigkeit ist, wich schnell der Faszination fuer dieses magische Bauwerk. Keine Frage, Agra uebertrifft Delhi noch mal deutlich in punkto Temperatur, und die Hitze war an diesem Tag fast unertraeglich, aber der Ausflug hat sich natuerlich trotzdem gelohnt. (Dass ich dank meiner beiden deutschen Reisebekanntschaften zumindest noch einige Stunden in einem Zimmer mit Klimaanlage schlafen konnte, hatte ich ja in meinem letzten Beitrag schon erwaehnt.)

Da das Internetcafe gleich schliesst, muss ich fuer heute zum Ende kommen. Abschliessend sei noch erwaehnt, dass ich (wie zuvor erhofft) auch in kulinarischer Hinsicht voll auf meine Kosten komme (siehe rechts). Zum Schluss noch die Links zu meinen Fotos aus Delhi, Agra, aus dem Toy Train und aus Shimla, die ich inzwischen hochgeladen habe.

July 04, 2012

Sommerhitze in Delhi



Dass mich Delhi im Juli heiss empfangen wuerde, hatte ich erwartet, aber auf solch unbarmherzige Temperaturen jenseits der 40 Grad war ich nicht gefasst. Duschen hilft einige Minuten, wenn ich mich nass unter den Ventilator oder vor die Klimaanlage stelle (falls es im Zimmer denn eine gibt). Ansonsten brennt die Sonne durch den Smog, der dickfluessig ueber der Stadt wabert, und laesst die vielen Gerueche (Garkuechen, Chai, Gewuerze und Fruechte ebenso wie Abgase, Menschen, Abfall und Urin) noch intensiver erscheinen. T-Shirt und Hose kleben am Koerper, Sonnenbrille und Kamera sind verschmiert, die Muetze durchweicht. Wasser in Flaschen gibt es an jeder Ecke, ich habe laengst aufgehoert, die Liter zu zaehlen. Wahrscheinlich komme ich im Vergleich zu anderen noch ganz gut mit Extremtemperaturen klar, doch selbst viele Inder erzaehlen mir, dass dies der heisseste Sommer seit Jahren sei. Die Regenzeit verspaetet sich auch.

Dass sich dieser Ueberlebenskampf auf meine Lust am Sightseeing auswirkt, ist unvermeidbar, und es waere gelogen, wuerde ich etwas anderes behaupten. Wie die meisten anderen Reisenden werde ich meine Route so schnell wie moeglich nach Norden ausrichten und auf (ansonsten sicher reizvolle) Staedte Rajasthans wie Jaipur und Udaipur notgedrungen verzichten. Denn dort ist es noch heisser als in der Hauptstadt. Stattdessen werde ich morgen in den fruehen Morgenstunden einen Zug nach Kalka im Bundesstaat Haryana nehmen und am Tag danach von dort aus mit dem legendaeren Toy Train weiterreisen nach Shimla im Bundesstaat Himachal Pradesh. Ob ich anschliessend dem Dalai Lama in seinem Exil in Dharamsala einen Besuch abstatten werde, oder wohin es mich im hohen Norden sonst noch verschlaegt, wird sich zeigen. Kuehler ist es dort oben auf jeden Fall.

Trotzdem habe ich mich seit meiner Ankunft am fruehen Sonntagmorgen nicht in klimatisierten Hostel-Zimmern versteckt, sondern die verschiedenen Viertel Delhis ausgiebig per Auto-Rikscha, zu Fuss oder sogar mithilfe der vergleichsweise modernen Metro erkundet. Zum Verkehr, zumal dem Zugfahren, schreibe ich ein anderes Mal mehr, aber was das Chaos (sprich: den alltaeglichen Wahnsinn) auf den Strassen angeht, so steht Delhi anderen asiatischen Metropolen wie Bangkok, Saigon oder Hanoi hier in nichts nach: Autos, Busse, Auto- und Fahrrad-Rikschas kreuzen ohne erkennbare Regeln nach Herzenslust und unter lautem Gehupe, Inder mit Obstkarren werden genauso wie Reisende mit Backpack und vereinzelten Kuehen elegant umkurvt.

Die vermeintlichen Sightseeing-Klassiker, wie das Rote Fort oder die Jama Masjid, immerhin die groesste Moschee Indiens und eine der groessten der Welt, haben mich optisch eher enttaeuscht, gerade im Vergleich zu frueheren Reisen. Umso herzlicher verlaufen indes die meisten Begegnungen mit den Menschen, die ich als neugierig und offen erlebe. Sich vor Schleppern und Strassenhaendlern zu befreien, ohne dabei unhoeflich aufzutreten, war mir in Suedostasien darueber hinaus oft schwerer gefallen.

Gestern Nachmittag habe ich einen Zug nach Agra genommen, wo ich mir heute das Taj Mahal ansehen werde. Vielleicht bleibe ich bis zum Sonnenuntergang, um die Farbenpracht auf der Fassade des Mausoleums zu betrachten. Meinen urspruenglichen Plan, den kurzen Fussweg vom Hostel zum westlichen Tor schon vor dem Sonnenaufgang gegen 5:30 Uhr zurueckzulegen, musste ich allerdings aufgeben, nachdem ich mich in meinem Zimmer ohne Klimaanlage bis 2 Uhr morgens schlaflos hin- und hergedreht hatte und schliesslich bei zwei deutschen Maedels (mit Klimaanlage) um Unterschlupf bitten musste, um ueberhaupt noch ein paar Stunden Schlaf zu finden.

Von meinen Eindruecken am Taj Mahal werde ich naechstes Mal berichten, dann wahrscheinlich schon aus dem hohen Norden. Einen Upload all meiner Fotos aus Delhi laesst dieser Schuppen (sprich: Internetcafe) im Gassengewirr von Agra nicht zu, deshalb reiche ich sie beim naechsten Mal nach. Namaste!

June 30, 2012

Indien

Es ist spät, der Rucksack fast fertig gepackt. Ein paar Stunden Schlaf liegen vor mir, dann geht es los: Indien, drei Wochen. In Delhi wird diese Reise beginnen, nach meiner Ankunft irgendwann in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Und von Delhi aus werde ich in drei Wochen wieder starten. Pläne gibt es ansonsten keine.

Je nach Lust und Laune werde ich unterwegs erzählen von dem, was ich auf dieser Reise erlebe. Wenn ihr Interesse habt, abonniert einfach Posts und Kommentare auf der rechten Seite. Auch meine Kamera ist an Bord, die Fotos werde ich verlinken.

Ich bin dann mal weg ... und melde mich in ein paar Tagen mit einem ersten Lebenszeichen.

November 05, 2011

Anstelle eines Fazits

In den letzten vier Wochen habe ich ...

... tolle Kollegen aus aller Welt getroffen und durch die interkulturelle Zusammenarbeit in St. Charles (und das gemeinsame Wochenende in Chicago) viel über mich selbst gelernt.

... mit meinem kleinen weißen Nissan zwischen New York City und Montreal rund 1.000 Meilen quer durch New England zurückgelegt und die US-Bundesstaaten New York, New Jersey, Connecticut, Rhode Island, Massachusetts, New Hampshire, Maine und Vermont sowie die kanadische Provinz Québec gestreift.

... einem Regentag und einem Schneesturm getrotzt und sonst die Sonne am tiefblauen Himmel als ständigen Begleiter gehabt.

... ein Wochenende bei einem Freund aus Dubliner Tagen in New York verbracht und es genossen, nach drei Jahren mal wieder im Big Apple zu sein.

... in Chicago, Boston und Montreal weitere nordamerikanische Metropolen (mehr oder weniger ausführlich) erkundet und bedauert, dass mir dafür nicht mehr Zeit blieb.

... (fast zu) viele neue Klamotten gekauft oder zu viele alte von zuhause mitgebracht.

... mir ein Bild von "Occupy Wall Street" in New York gemacht und das Original anschließend mit kleineren Filialen in anderen Städten verglichen.

... atemberaubende rotgelbbraunbunte Herbstlandschaften auf verlassenen Highways durchquert.

... Küstenstraßen und Gebirgspässe gesehen, aber keine Bären oder Elche.

... viel Geld für leckeres Essen (vorzugsweise Seafood) und die eine oder andere Übernachtung ausgegeben und manchmal zähneknirschend festgestellt, dass New England kein klassisches Backpacker-Territorium ist.

... dank der vielen lokalen Microbreweries amerikanisches Bier liebgewonnen.

... mir gewünscht, dass die Deutschen eines Tages genauso gastfreundschaftlich und serviceorientiert werden mögen wie die Amerikaner.

... in luxuriösen King-Size-Betten, heruntergekommenen Motels und auf Luftmatratzen geschlafen.

... New England manchmal als typisch amerikanisch erlebt, aber auch verstanden, dass die Region genau das nicht ist.

... eine Mostmühle, einen Bauernhof, eine Brauerei, viele Cafés und Restaurants besucht.

... viel weniger gelesen, aber häufiger in den Lonely Planet geschaut, als ich mir vorgenommen hatte.

... mich als Europäer gefühlt.

... Begegnungen erlebt, bei denen ich die Existenz von Radios in Deutschland bestätigen musste, und dann wieder andere, bei denen ich mit meinem Gesprächspartner über die europäische Schuldenkrise oder Fortbewegungsmittel in Laos fachsimpeln konnte.

... nur einmal (und damit viel zu selten) Hummer gegessen.

... die absurdeste Halloween-Nacht meines Lebens mit einer Hexe (?) im gottverlassenen Conway, New Hampshire, geteilt.

... den schönsten Tag meiner Reise bei einer einsamen Wanderung in den White Mountains nahe des malerischen Kancamagus Highway genossen.

... je nach Etappe wenige bis keine Touristen gesehen.

... viel gefeiert (in den ersten zwei Wochen) und viel nachgedacht (in den letzten beiden).

... die Vorteile des Alleinreisens mal wieder geschätzt, mich aber häufiger einsam gefühlt als in Südostasien.

... Kraft getankt für meine Rückkehr am Montag zu meinem Team nach Leipzig.

... unvergessliche Eindrücke gesammelt.

In chronologischer Reihenfolge hier noch mal Links zu meinen Fotos aus Chicago, New York, Connecticut, Rhode Island, Boston, New Hampshire, Maine, New Hampshire II, Vermont und schließlich Montreal.

In einigen Stunden breche ich zum Flughafen auf, am Sonntagmorgen gegen 10 Uhr lande ich in München.

Montreal, Kanada, am 5. November 2011

Lebenszeichen aus Montreal

Heute Abend schreibe ich nur kurz aus Montreal, da ich mit Packen gut beschäftigt bin. Einen ganzen Tag vor Abflug mag etwas früh erscheinen, allerdings habe ich mich im Outlet nahe New York so reichlich mit neuen Klamotten eingedeckt, dass ich mich jetzt um deren Transport im Backpack und meinem (kleinen) Koffer sorge. Am Ende wird aber schon alles reinpassen, zumal ich einige alte Klamotten unterwegs losgeworden bin.

Nach dem Frühstück bin ich heute morgen zu Fuß losgezogen - erstes Ziel: der Parc du Mont-Royal, von dem aus man einen schönen Ausblick über die Stadt genießen kann (siehe Foto). Lang verweilte ich dort oben allerdings nicht, da es bitterkalt war und zeitweise sogar kurz schneite. Quer durch Downtown steuerte ich anschließend Vieux Montréal an, die historische Altstadt rund um die Basilique Notre-Dame de Montréal, das Wahrzeichen der Stadt. Tatsächlich beeindruckte mich der reich verzierte Innenraum der Kirche sehr, so dass ich dort verweilte, mich ein wenig aufwärmte und mittels Reiseführer und Stadtplan einen kleinen Rundgang durch das Viertel plante. Am Nachmittag scheinte die Sonne wieder, und so verbrachte ich den restlichen Tag in den Straßen und Gassen rund um die Kirche, wo es weitaus mehr zu entdecken gab als im (kommerziellen) Stadtzentrum.

Morgen werde ich vielleicht noch einen Ausflug zu einem Markt etwas außerhalb unternehmen, der sehr sehenswert sein soll - je nachdem, wie viel Zeit mir zwischen Check-Out und Abfahrt zum Flughafen noch bleibt. Wie angekündigt werde ich mich zum Abschluss meiner Reise noch mal mit einem Fazit melden - entweder vom Flughafen aus oder erst am Sonntag, wenn ich wieder in München angekommen bin. Eine Route gibt es heute nicht, da mein Nissan den ganzen Tag über brav in der Tiefgarage Däumchen gedreht hat, hier allerdings das Album mit den Fotos aus Montreal, das morgen möglicherweise noch etwas wachsen wird.

November 04, 2011

Nach sechs Jahren ...

... bin ich zurück in Kanada. Heute Abend bin ich in Montreal angekommen, der letzten Station meiner Reise, wo ich mich zum Abschluss in einem schönen Hotelzimmer mit Blick über die Stadt einquartiert habe (Foto links). Nach Sightseeing war mir nicht mehr zumute, auch weil ich nach dem Abend gestern noch etwas müde bin. Was war passiert? Nach einem leckeren vegetarischen Abendessen war ich in Burlington, Vermont, in einer Bar versunken, hatte der Band gelauscht (Foto rechts), ein gutes Gespräch mit dem Barkeeper geführt und einige Pints des lokal gebrauten "Switchbacks" bestellt. Mit vier anderen Gästen wechselte ich irgendwann in eine Mojito-Bar, und so nahm der Abend seinen Lauf.

Ansonsten war ich gestern und heute nicht besonders aktiv, was nicht bedeutet, dass ich nicht trotzdem zwei schöne letzte Tage "on the road" erlebt hätte. Wie schon in meinem letzten Eintrag erwähnt, besuchte ich gestern Vormittag eine Farm, die auf Cheddar Cheese und Maple Syrup spezialisiert ist (einige von euch dürfen sich schon auf die kulinarischen Mitbringsel auf dem Foto links freuen). Anschließend fuhr ich kreuz und quer durch Vermont bis nach Burlington, wobei ich unterwegs zwei einsame Hochland-Highways wählte, die mir der Lonely Planet empfohlen hatte. Wie schon so oft in den letzten Tagen war ich in solch abgelegenen Gegenden praktisch alleine auf der Straße, und immer wieder hielt ich am Straßenrand, wenn sich ein besonderes Panorama bot (Foto rechts). Nach dem bereits geschilderten Abend in der Innenstadt von Burlington verbrachte ich die Nacht in einem heruntergekommenen (aber für New England unschlagbar billigen) Motel. Hier die Route am Mittwoch.

Burlington zählt nur gut 30.000 Einwohner, ist aber trotzdem die größte Stadt in diesem eher dünn besiedelten Bundesstaat Vermont. Ihr alternatives Flair und pulsierendes Nachtleben verdankt sie der Tatsache, dass knapp die Hälfte der Einwohner Studenten sind. Verblüfft entdeckte ich gestern Abend dann auch den lokalen Ableger der "Occupy Wall Street"-Bewegung, bestehend aus rund 50 Zelten auf einem zentralen Platz in der Innenstadt (Foto links). Um die Stadt besser kennen zu lernen, fehlte mir am Ende aber die Zeit, da mir heute vor der Abfahrt nach Montreal nur ein kurzer Stadtbummel vergönnt war. Den Rest des Nachmittags verbrachte ich dann auch auf einem (landschaftlich unspektakulären) Highway in Richtung Kanada und passierte irgendwann die Grenze, die so wenig frequentiert war, dass nur ein einziger Polizist zu sehen war, der sich sogar Zeit für einen kurzen Plausch nahm.

Heute Abend halten mich meine Müdigkeit und der Nieselregen draußen davon ab, noch mal auszugehen, zumal ich morgen und übermorgen so viel wie möglich von dieser Stadt sehen will, ehe ich am Samstagnachmittag zum Flughafen aufbrechen muss. Vor meiner Rückkehr nach Deutschland werde ich noch mal ausführlicher bloggen und ein Fazit dieser Reise ziehen; für heute will ich es dabei bewenden lassen und schicke euch abschließend noch Links zu den Fotos aus Vermont und meiner Route am Donnerstag.

November 02, 2011

Der einsame Kancamagus Highway

Vielleicht war heute der schönste Tag meiner Reise - aber der Reihe nach, schließlich habe ich seit Sonntagmorgen nichts mehr geschrieben:

Am Morgen nach dem Schneesturm (und seitdem jeden Tag!) schien die Sonne an einem makellos blauen Himmel. Nachdem ich den Blog aktualisiert und mich vergewissert hatte, dass das Auto nicht völlig eingeschneit war, unternahm ich einen zweiten Ausflug in die Innenstadt von Portsmouth, New Hampshire. Auch Portsmouth ist eine hübsche kleine Küstenstadt mit viel Fischerei-Tradition. Wie schon in den vergangenen Tagen begegnete ich auf den Straßen fast keinen Touristen, was mich verblüffte. In einem Café erklärte man mir, dass es für den Indian-Summer-Tourismus schon zu spät sei und um diese Jahreszeit eine Flaute herrsche, ehe über Thanksgiving (Erntedank) wieder mehr Betrieb herrsche. Über meinen Stadtbummel in Portsmouth gibt es ansonsten nicht viel zu berichten. Wie so oft besuchte ich ein Café, trank einen Cappuccino, dann noch einen, las eine Zeitung und wechselte ein paar Worte mit der Bedienung.

Ein Highlight der feucht-fröhlichen Art stellte am Nachmittag mein Besuch in der Red Hook Brewery dar, wo ich für einen Dollar an einer unterhaltsamen Führung teilnahm. Nebenbei sei bemerkt, dass diese Region der USA bekannt ist für ihre vielen kleinen Brauereien (Microbreweries), in denen in begrenztem Umfang leckeres Bier hergestellt und in den ansässigen Bars und Restaurants stolz ausgeschenkt wird. (Dass amerikanisches Bier lecker sein kann, habe ich in den letzten Tagen selbst mehrfach erfolgreich getestet.) Aber zurück zur Führung durch die Red Hook Brewery: Jene wurde von einem Urgestein der Brauerei (siehe Foto) bewusst eher kurz gehalten, um möglichst schnell zur Verkostung übergehen zu können. (Dass er selbst diese Führung mehrmals am Tag anbietet und bei der Verkostung bestimmt gerne selbst zugreift, deutet dieses Video an.) Impressionen aus Portsmouth und der Brauerei findet ihr in den Fotos aus New Hampshire.

Wie fahrtüchtig ich nach fünf bis sechs verschiedenen Biersorten noch war, sei mal dahingestellt. Jedenfalls zog es mich von New Hampshire aus weiter entlang der Küste nach Maine, in den nordöstlichsten Bundesstaat der USA. Je länger ich unterwegs war, desto seltener die Geschäfte und Tankstellen am Straßenrand - und desto schöner die Natur. In New York und Boston hatten sie von Maine geschwärmt, ohne jemals selbst dort gewesen zu sein. Tatsächlich wurde Maine seinem Ruf gerecht, und ich genoss die Fahrt nach Portland sehr (siehe auch meine Route am Sonntag). In Portland hätte ich gerne länger als nur einen Tag verweilt, handelt es sich doch um eine Stadt nach meinem Geschmack: Leuchtend roter Backstein im alten Hafenviertel, Kopfsteinpflaster, alternative Cafés, leckere Seafood-Restaurants, dazu das Geschrei der Möwen, an- und ablegende Fischerbote. Eine Besonderheit dieser Etappe darf nicht unerwähnt bleiben: die Unterkunft. Ich verbrachte die Nacht nämlich in einem nach außen zwar unscheinbaren Hotel, dessen Zimmer, Flure und Lobby aber einen viktorianischen Charme innehatten, wie ich ihn selten irgendwo erlebt habe. Aber seht am besten selbst nach in den Fotos aus Maine.

Wie gerne wäre ich der Küste noch weiter in Richtung Norden gefolgt! Doch leider geht mir langsam die Zeit aus, so dass ich gestern einen Highway nach Westen wählte und nach New Hampshire zurückkehrte (siehe Route am Montag). Die Nacht verbrachte ich in Conway, einem winzigen Nest, wo sich das einzige Hostel des gesamten Bundesstaates befindet. (Nebenbei bemerkt zeigt sich daran auch, dass es in New England keine Infrastruktur für Backpacker gibt und ein Urlaub hier schnell teuer werden kann.)

Ankunft nach Sonnenuntergang in Conway - eine eiskalte Nacht, ein uraltes Hostel, kein Gast außer mir, eine sympathische, aber auch leicht verwirrte Gastgeberin von rund 80 Jahren und ... genau: Halloween! Höchste Zeit, dass ich über diese große amerikanische Tradition ein paar Worte verliere - oder zumindest meine persönliche Halloween-Geschichte 2011 erzähle. Denn eine verrücktere Atmosphäre als die gestern Abend kann ich mir dafür nicht vorstellen. Als ich das Hostel erreichte und an ein verrammeltes Fenster klopfte, empfing mich die Gastgeberin in Nachthemd und Socken, das graue Haar in zwei Zöpfen zusammengebunden, das halbe Gesicht bereits mit weißer Leuchtschminke bedeckt. Gerade hatte sie einen Teller mit frisch zubereitetem Rührei und Toast auf den Tisch gestellt, dazu ein Bier geöffnet. Nicht jedoch für sich selbst, sondern für die Toten, wie sie mir geheimnisvoll erläuterte. Im Flur hatte sie in einer großen Schüssel unzählige Bündel mit Süßigkeiten für die Kinder vorbereitet, die sie jeden Moment an der Tür erwartete und die dann auch zu später Stunde in immer größerer Zahl etwas verängstigt die Stufen zur Verranda erklommen. Ich richtete mich in meinem kalten, etwas schmutzigen Zimmer mit Doppelbetten für sechs Personen ein. Im Wohnzimmer gab es sogar Internet, aber ans Bloggen war nicht zu denken, weil sich die Stimme meiner Gastgeberin vor Vorfreude fast überschlug und aus dem Fernseher in Einstimmung auf die Nacht ein schlechter Horrorfilm plärrte.

Trotzdem werde ich auch gestern Abend in guter Erinnerung behalten, was auch mit dem köstlichen mexikanischen Abendessen zusammenhängt, das ich mir im Café Noche einige Straßenecken weiter gönnte, zusammen mit einem weiteren lokalen Bier und der wohl besten Margarita, die ich je gekostet habe (ich war allerdings noch nie in Mexiko). Den Rest des Abends verbrachte ich in einem Club am Highway, der mir als einziger Ort in der Region empfohlen worden war, wo man nach 22 Uhr noch Spaß haben könne. Dort spielte ich einige Runden Billard, erörterte mit dem Barkeeper die ästhetischen Unterschiede zwischen den amerikanischen Sportarten, tanzte ein wenig und unterhielt mich lange (und mehr oder weniger gut) mit einer allein erziehenden Zeugin Jehovas, die ihre Söhne zuhause unterrichtet hat und mich (trotzdem) fragte, ob wir in Deutschland Radio und eine Armee hätten.

Was mich schließlich zum Tag heute und meiner Wanderung durch die White Mountains entlang des Kancamagus Highway bringt. Dieser einsame Highway bot sich rund 30 Meilen lang dicht gesäumt von roten und gelben und braunen Bäumen dar, die in der Sonne so stark leuchteten, dass es mir fast unwirklich erschien. Außerdem begegnete ich so wenigen Autos, dass ich mich mehrmals fragte, ob der Highway nicht vielleicht gesperrt sei und ich ein entsprechendes Schild übersehen hatte. Ich hatte mir einen moderaten bis anspruchsvollen Rundweg ausgesucht, mit einem Gipfel ungefähr auf halber Strecke. Anders als auf früheren Reisen nach Kanada und Südostasien war ich dieses Mal weniger gut für eine Wanderung ausgerüstet, doch irgendwie kämpfte ich mich auch in Laufschuhen durch den Schnee und erreichte schließlich den Gipfel, wo neben einigen Fotos auch dieses Video entstand. Warum dieser Tag so besonders war? Weil ich ein Gefühl von Freiheit wahrscheinlich nicht viel intensiver erleben kann als alleine irgendwo in den Wäldern von New England oder bei einem Bier auf dem Gipfel, mit herrlichem Ausblick, unter strahlend blauem Himmel, nach vier Stunden Anstieg ohne einen Elch (Pech!) oder einen Bären (Glück!) getroffen zu haben, meilenweit von jeglicher Zivilisation entfernt. Das war ein schöner Tag, den ich soweit möglich in einigen Fotos aus New Hampshire II festgehalten habe.

Heute Abend erreichte ich schließlich Vermont, den letzten Bundesstaat meiner Reise, bevor ich am Donnerstag die Grenze nach Kanada überqueren und in der Innenstadt von Montreal mein letztes Quartier beziehen werde (siehe Route  am Dienstag). Inzwischen sollte deutlich geworden sein, dass dies auch eine kulinarische Reise für mich ist (wie immer eigentlich). Deshalb kann es auch kaum verwundern, dass ich nach meiner Ankunft erst einmal ein gemütliches Restaurant aufgesucht habe (siehe Foto). Morgen früh werde ich die Sugarbush Farm besuchen, wo vor allem Käse und Ahornsirup hergestellt (und Besuchern zum Probieren angeboten!) werden. Wie und wo genau ich die restlichen anderthalb Tage auf meinem Weg in Richtung Grenze verbringen werde, bleibt noch offen.

October 30, 2011

Schneesturm an der Ostküste

Ich schreibe aus Portsmouth, New Hampshire, rund zwei Stunden nördlich von Boston gelegen, wo ich die letzte Nacht in einem kleinen Highway-Hotel verbracht habe. Ursprünglich hatte ich geplant, noch etwas weiter zu fahren, allerdings war mir nicht danach, den drohenden Schneesturm eingeschneit auf einem verlassenen Highway zu verbringen. Denn was sich da am späten Nachmittag am Himmel zusammenbraute, muss man wirklich als Schneesturm bezeichnen. Heute Morgen sind hier an der Ostküste Hunderttausende ohne Strom, was sogar deutschen Medien eine Nachricht - oder wie hier in der SZ eine Bilderserie - wert war. Mein eigenes Foto anbei habe ich am Abend in der Innenstadt von Portsmouth gemacht, die völlig ausgestorben war, von einigen mutigen Nachtschwärmern abgesehen, die mit Regenschirmen, hochgekrempelten Krägen und nassen Füßen die nächstbeste Bar ansteuerten. Ich selbst gönnte mir ein fürstliches Abendessen in einem Seafood-Restaurant, probierte dazu ein lokales Bier und fuhr danach zurück ins Hotel, ehe ich mein Auto im Schnee nicht wiedergefunden hätte.

Zwei volle Tage hatte ich zuvor in Boston verbracht, wo ich bei einer Freundin untergekommen war. Nachdem ich am ersten Tag wegen des Dauerregens nur einen kleinen Ausflug zum Harvard-Campus nach Cambridge unternommen hatte (siehe mein letzter Eintrag), hatte ich am Freitag mehr Glück: Zwar blieb es kalt, doch begleitete mich strahlender Sonnenschein den ganzen Tag entlang des Freedom Trails, für den ich mir mehrere Stunden Zeit nahm. Boston ist eine überschaubare Stadt - grün, amerikanisch und europäisch zugleich, etwas chaotisch angelegt, reizvoll durch ihre Mischung von Geschichte und Moderne. Und gerade in Cambridge, wo sich neben Harvard auch das MIT befindet, kann man sich wunderbar treiben lassen in dem studentischen Flair, das einem sofort begegnet, wenn man aus der "T" (U-Bahn) aussteigt. Abgesehen vom Freedom Trail nahm ich mir am Freitag bewusst kein Sightseeing mehr vor, sondern verbrachte lieber etwas Zeit in einigen Cafés abseits der üblichen Touristen-Route (sprich: abseits des Freedom Trails). Abends zog es uns in ein berüchtigtes Burger-Restaurant nahe des Harvard-Campus, wo jeder Burger nach einem Politiker benannt ist und man dann je nach (politischen oder kulinarischen) Vorlieben einen "Barack Obama" oder einen "Mitt Romney" bestellen kann. Im "Top of the Hub", einer Bar mit herrlichem Ausblick über die Stadt, ließen wir den Abend bei einem Cocktail ausklingen.

Nach einem leckeren Frühstück in Watertown machte ich mich gestern gegen Mittag schließlich wieder auf, um wie erwähnt hier in Portsmouth, New Hampshire, meine Zelte aufzuschlagen. Inzwischen schneit es nicht mehr, und die Straßen sind einigermaßen frei. Mein Plan für heute: Zunächst ein Bummel durch die Innenstadt, die ich gestern ja nur eingeschneit und im Dunkeln gesehen habe, anschließend werde ich entlang der Küste weiter in Richtung Norden fahren, um heute Abend in Portland, Maine, anzukommen, der nächsten Station meiner Reise. Wie immer hier die Links zu meiner (eher bescheidenen) Route am Samstag und natürlich zu den Fotos aus Boston.