April 22, 2007

Berlin, Berlin

Beinahe ein Monat seit meinem letzten Post. Eine ereignisreiche Zeit, viele Eindrücke und viel Einleben, Ausflüge und Besichtigungen, Museen und Gedenkstätten, Menschen. Oft das Gefühl, ein Tourist zu sein unter den vielen, die Unter den Linden entlangbummeln, die Kameras um den Hals baumelnd, auf Hauptstadterkundungstour. Das ist ok, schließlich bin ich nur einige Monate hier und will in der Zeit soviel erleben und sehen wie irgend möglich. Und doch: Es stellt sich auch ein Gefühl von Heimat ein, oder vielleicht sollte ich es einfach "Wohlfühlen" nennen.

Denn wohl fühle ich mich tatsächlich in dieser fantastischen Stadt voller Gegensätze, wo ich früh morgens beim Joggen vor der Arbeit den Hartz IV-Ein-Euro-Jobbern in ihren blauen Arbeitshosen im Park begegne, wie sie, das erste (oder zweite) Bier in der Hand, halbherzig den Müll aus dem Gebüsch entfernen ... und später im Auswärtigen Amt sehe ich Staatsgäste aus gepanzerten Luxusschlitten aussteigen oder Abgeordnete im Café Einstein den ersten Espresso genießen, das Sonnenlicht sich in der Sonnenbrille spiegelnd. Das macht nachdenklich, jeden Tag, mich zumindest.

Die letzten Wochen ...







Mein Praktikum gewinnt, nach einem etwas zähen Beginn, zunehmend an Fahrt. In der Stabstelle der "Koordinatorin für Internationale Personalpolitik" geht es darum, den deutschen Personalanteil in Internationalen Organisationen wie UNO, EU, NATO etc. zu erhöhen, um dort politisch stärker Einfluss nehmen zu können. Das ist spannend, da die Stabstelle eng mit anderen Ressorts der Bundesregierung zusammenarbeitet und ich nicht nur das Arbeitsleben im AA kennenlerne, sondern thematisch auch viel über die verschiedenen IOs erfahre. Außerdem sind die Kollegen aufgeschlossen und umgänglich, das Arbeitsklima super. Bin gespannt, was die nächsten Wochen noch mit sich bringen.

Aufgelockert wird der Arbeitsalltag durch das Hospitanten-Begleitprogramm. Gemeinsam besuchen wir verschiedene Botschaften und Ministerien, Stiftungen oder auch die Vertretung der EU in Berlin. In den "Kamingesprächen" berichten uns verschiedene Mitarbeiter des AA über die Arbeit ihrer jeweiligen Referate und erzählen uns ihren persönlichen Karriereweg im Höheren Dienst. Letzte Woche haben wir beispielsweise den Al Gore Film "An Inconvenient Truth" angeschaut und anschließend mit dem Referatsleiter Umwelt über Klimawandel und Umweltpolitik diskutiert. Schließlich organisiert das RTT (Round Table Team), dem ich seit letzter Woche angehöre, Stammtische und andere Aktionen, wie z.B. ein BBQ heute Nachmittag. Ist schon toll, was ich so alles zu sehen und hören bekomme.






Etwas zum Nachdenken bietet die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhause für alle DDR-Nostalgiker. Praktisch unverändert befindet sich hier das ehemals größte Stasi-Untersuchungsgefängnis. Von ehemaligen Häftlingen oder in der DDR-Forschung Beschäftigten erfuhr ich in einer beklemmenden Führung, was sich hier abgespielt hat.






Meine gestrige Tour durch ein sonnendurchflutetes Berlin: Checkpoint Charlie, Topographie des Terrors, anschließend gemütliches Chillen auf der Wiese am Potsdamer Platz.










Mit Freddy in und um Oranienburger Straße: Graffiti und Künstlerprojekte in ehemals besetzten Häuserblocks, der Hamburger Bahnhof mit Werken von Warhol und anderen, die Fassaden der Hackeschen Höfe. Später eine Falafel zum Abendessen. Ein schönes Wiedersehen nach all den Jahren.




Mit Nick und Sabrina am Holocaust-Denkmal.














Und sonst ... Autoträume in Mitte, wolkenverhangener Park Sanssouci in Potsdam, der Tod eines 1kg-Lindt-Osterhasen (ich war nicht allein), Rathaus, Sony Center bei Nacht, Madonna ...

Mehr Fotos gibt's im Webalbum. Die Sonne scheint, auch wenn es (noch) nicht so heiß wird wie im Süden. Darum schwärme ich aus in den Park, zum gemeinsamen BBQ, ehe wir in einer Bar oder sonstwo die französischen Wahlen verfolgen werden.

Lasst es Euch gutgehen.

Christoph

March 27, 2007

Europafest

Europafest


Erstes Lebenszeichen aus Berlin. Eine Woche bin ich nunmehr hier in meiner neuen 2er-WG in Prenzlauer Berg. Erster Eindruck ist super und mir geht's richtig gut. Die Wohnung ist sehr groß und hell, mit hohen Decken und knirschenden Holzdielen. Wie man sich Altbau vorstellt, jedenfalls hab ich's mir immer so vorgestellt. Sabrina, meine schweizer Mitbewohnerin, und ich kommen super miteinander klar und wechseln munter von Deutsch auf Französisch und zurück. Sie kämpft noch ein bisschen mit der Sprache und mir kommt es gelegen, weiter regelmäßig Französisch sprechen zu können.

Prenzlauer Berg wird mir gefallen. In den letzten Tagen bin ich ein wenig durch das Viertel spaziert und habe dabei die eine oder andere Straße gefunden, in der sich ein kleines Geschäft ans nächste reiht, ein Café neben dem anderen die Menschen bei Sonnenschein auf die Straße lockt. Meine Hausarbeit - endlich in der Endphase - hält mich noch ein wenig zurück und hier zuhause, aber spätestens nächste Woche werde ich dann mal so richtig ausschwärmen in die verschiedenen Winkel dieser Stadt.

Sonntag war toll, Europas 50ster! Sabrina und ich sind schon gegen Mittag in Richtung Brandenburger Tor gestartet und dort in der Sonne rund um Reichstag und Kanzleramt auch den Rest des Tages geblieben. Durch die Menschenmenge bahnten wir uns unseren Weg entlang der Zelte der EU-Mitgliedsstaaten, probierten irischen Whiskey und griechisches Essen, belgisches Bier und tschechische Leckereien. Auf der Bühne am Brandenburger Tor gab's Livemusik, beispielsweise Joe Cocker und Babylon Circus, und später am Abend ein fantastisches Feuerwerk. Atemberaubend.

Am Montag startet mein Praktikum. Ich bin gespannt, was mich erwartet ...

Übrigens, auf http://picasaweb.google.co.uk/christoph.truebenbach (siehe auch Link rechts) lade ich ab und zu einige meiner Fotos hoch. Wer mag, einfach reinschauen.

Christoph

Kanzleramt



Sowjetisches Ehrenmal



Sabrina et moi

March 19, 2007

Leaving again



La Rochelle
-
port and ancient port, my host parents' wine cellar





I'm busy packing again. Tomorrow morning, my brother and I are loading the car and driving all the way up to Berlin. I've been a pleasant time at home, yet now it's time for a change of scenery.

The capital is supposed to be my new home, and I can't wait settling in, exploring its neighbourhoods and finally getting to know the city. After all, it has been years since I last spent a couple of days there, not remembering that much.

After my arrival, I will have another 10 days before my internship in the Foreign Office starts on April 2nd. I look forward to this new challenge of which I expect to gain insight into a possible future occupational field, or one that at least fascinates me at the moment.

It goes without saying that guests are more than welcome any time between early April and late June! Perhaps even later than that, that is, if I manage to find some reason to extend my stay beyond that date. In any event, here's how you can get a hold of me from tomorrow night on:


Christoph Trübenbach
Grellstr. 14
10409 Berlin


Plus e-mail, cell phone, Skype or ICQ, needless to say. So go give me a call and drop by! I'd be most delighted.


Chris


P.S.: Last week, I received a kind letter from the DAAD (Deutscher Akademischer Austausch Dienst), saying that I was granted a scholarship for my studies at Trinity College Dublin. So, to all those of you who won't make it to Berlin: Drop by in Dublin sometime between October 2007 and June 2008!




La Rochelle Aquarium



Thalys train to Brussels

March 01, 2007

Le dernier jour

Au Vieux Port


Vom Wetter wollte ich Euch erzählen, und von dem Gedicht, das ich einer Equadorianerin gewidmet habe. Wie viel doch seitdem geschehen ist ...

An diesem letzten Schultag sitze ich nun hier im verlassenen Klassenzimmer, um Euch noch einige Zeilen zu schreiben. Vor zwei Stunden habe ich mich herzlich von Florence verabschiedet, meiner Lehrerin in den drei Wochen. Anschließend ein letztes gemeinsames Mittagessen in der Caféteria. In der Zwischenzeit ist es ruhig geworden im Schulgebäude. Die ersten sind schon abgereist, andere nehmen morgen den TGV oder das Flugzeug, wieder andere, insbesondere die Latinos, bleiben noch einige Wochen oder sogar Monate.

Nicht einmal den Regen höre ich mehr. Die dicken Tropfen von heute Morgen sind in ein Nieseln übergegangen. Das Wetter an der Atlantikküste spielt schon allzu oft verrückt. Ich sehne mich nach etwas Berechenbarkeit. Sonne, Schauer, Wind, Sturm, Regen von allen Seiten, dicke Tropfen, Sprühregen, Nieseln, kaputte Regenschirme ... Ihr wundert Euch vielleicht, beschäftige ich mich doch sonst nicht derart mit dem Wetter, doch ist eben dieses hier ständig Thema, war doch unser einziges Fortbewegungsmittel das Fahrrad - abgesehen von gelegentlichem Ausweichen auf die wenigen Busse, die am Place de Verdun zusammenlaufen. Umso mehr haben wir die zweite Woche genossen, in der doch die Sonne jeden Tag für einige Stunden ihren Platz am Himmel behauptete und uns manch Nachmittag in den unzähligen Cafés und Restaurants am alten Hafen verbringen ließ.

In die zweite Woche fiel auch mein 2-Tage-Intermezzo beim DAAD in Bonn. Jeweils 10 Stunden hin und zurück für 20 Minuten Interview sind zwar anstrengend, doch wollte ich mir die Chance auf eine Förderung nicht entgehen lassen. Es fällt mir schwer, abzuschätzen, wie es gelaufen ist. Zumal ich nicht weiß, wie die anderen Kandidaten abgeschnitten haben, wieviele Bewerber sich überhaupt auf welche Anzahl freier Plätze beworben haben. Nach dem Interview blieb ein gutes Gefühl zurück, in zwei bis drei Wochen werde ich wissen, ob sich der Trip gelohnt hat. Was das Wetter - schon wieder - anbelangt, haben mich diese drei Wochen mit Sicherheit gut auf ein Jahr in Dublin vorbereitet.

Ereignisreich und schön war's. Im Augenblick fällt es mir schwer, zurückzublicken oder eine Bilanz zu ziehen. Bisher fehlte mir zum Nachdenken einfach die Zeit. Schließlich treffe ich mich heute Abend nochmal mit den anderen. Ein letztes Mal werden wir mit hochgekrempelten Krägen unter der großen Turmuhr warten, bis alle eingetroffen sind, unsere Räder anketten und losziehen in einen Pub oder eine Bar. Und später in der Nacht nach Hause radeln, mit etwas Glück nicht in strömendem Regen. Morgen früh werde ich packen, mich von meinen Gasteltern verabschieden und am Nachmittag in den TGV steigen.

Drei Wochen waren kurz, gerade im Vergleich mit denen, die bis zu einem halben Jahr in ihren Gastfamilen leben und Tag für Tag in Eurocentres ihr Französisch trainieren. Doch habe ich mich auch in dieser kurzen Zeit in dieser hübschen kleinen Stadt sehr wohl gefühlt, unterstützt durch die fantastische Beziehung zu meinen Gasteltern und den Internationals in der Schule. Ich füge unten noch einige Impressionen bei und erzähle zu Hause gerne mehr.

Übrigens, was die Equadorianerin betrifft, ist es bei dem Gedicht geblieben. Wirklich fehlen wird mir jedoch Yuanju, eine Taiwanesin, die morgen für zwei Monate nach Paris aufbricht. Doch wer weiß, vielleicht besucht sie mich im Mai ein, zwei Wochen in Berlin ...

Ab Sonntag bin ich zuhause, am 20. März ziehe ich nach Berlin. Wäre schön, den einen oder die andere vorher nochmal zu sehen ...

Bisous.

Le matin

Aquarium

Les autres

Isabella et moi

February 20, 2007

Savoir vivre

Vieux Port


Ein erstes Lebenszeichen. Seit nunmehr gut einer Woche weile ich an der französischen Atlantikküste, im gleichsam malerisch schönen und studentisch bunten La Rochelle. Und so setze ich meine Sonnenbrille auf, nehme noch einen kleinen Schluck vom kühlen Weißwein, lehne mich zurück und lausche, von der Terasse meiner kleinen Brasserie aus, dem sonntäglich vergnügten Treiben auf der Flaniermeile des alten Hafens - und nehme Euch ein wenig mit.

Meine Gastfamilie

Untergekommen bin ich bei einem älteren Ehepaar, das mich von Anfang an herzlich in den Kreis der Familie aufgenommen hat. Lucette und Bernard, wohl situiert und reich auch an Lebenserfahrung, bewohnen ein prächtiges Haus in einem verschwiegenen Viertel, nicht weit der alten Stadtmauer und kaum fünf Fahrradminuten vom Stadtkern gelegen. In der Nähe gibt es einen kleinen Park und einen Fluss, entlang dessen ich an den Wochenenden laufen gehe. Von meinem kleinen Zimmer aus blicke ich in den sich weit erstreckenden Garten, die aufgehende Sonne spiegelt sich in einem von natürlichem Stein umrandeten Swimmingpool. Wenn es doch schon Sommer wäre …
Seit mehr als 40 Jahren verheiratet und offensichtlich verliebt wie am ersten Tag, erfreuen sich meine Gasteltern nicht nur an ihren beiden nahe der Stadt lebenden kleinen Enkelinnen, sondern beherbergen seit zehn Jahren regelmäßig Gastschüler aus aller Welt. Gesellschaft hatte ich in dieser ersten Woche durch Paulina, einer temperamentvollen und quirrligen Mexikanerin, die erstmals vor sieben Jahren (!!) einige Wochen hier im Haus verbrachte und seitdem eine enge Freundschaft mit meinen Gasteltern verbindet. Leider ist sie heute früh zurück nach New York geflogen. Außerdem gibt es da noch Filipe, einen sympathischen Brasilianer, mit dessen lateinamerikanischen Freunden ich in den letzten Tagen immer wieder um die Häuser gezogen bin. Dazu später mehr. Was das Leben in der Familie betrifft, vor allem die gemeinsamen Abendessen, trifft ein geflügeltes Wort zu, das wir typischerweise mit Frankreich und den Franzosen in Verbindung bringen: Savoir vivre. Denn genau das erlebe ich hier jeden Abend. Gegen 20 Uhr beginnt Lucette in der Küche zu zaubern, eine halbe Stunde später versammeln sich alle bei Tisch und genießen nicht nur das Ergebnis ihrer sagenhaften Kochkunst, sondern auch einige Gläser Rotwein aus dem hauseigenen Weinkeller. Begleitet von nie enden wollenden Gesprächen über Filipes und meine eigenen nächtlichen Abenteuer, persönliche Schicksale, Erlebnisse und Erfahrungen und, natürlich, les secrèts de l’amour, verbringen wir mehrere Stunden zusammen, lachen, reden, essen Käse, trinken Wein. Lucette erzählt dann von früheren Gastschülern – manche bleiben mehrere Monate – die in La Rochelle ihr Herz verloren und die Liebe ihres Lebens gefunden haben. Ich fühle mich wohl hier, und die beiden genießen ganz offensichtlich den frischen Geist, den Paulina, Filipe und mich ins Haus bringen. Am Wochenende werden gleich drei Italiener den Haushalt erweitern. Ich bin gespannt.


Am Abend

So körperlich und geistig gestärkt, und trotz der wohligen Stimmung am Tisch oder später am Kamin, werfen Filipe und ich uns am späten Abend zumeist dann doch noch in Schale, holen unsere Fahrräder aus dem Schuppen und machen uns auf ins alte Stadtzentrum. Die vereinbarte Zeit schaffen wir nie, aber das macht nichts, sind wir doch ohnehin mit Latinos (und Latinas) verabredet, die alle ein wenig später eintrudeln. Deutsche gibt es in dieser Gruppe außer mir keine. Schon erstaunlich, und irgendwie schade, wie schwer es vielen meiner Landsleute fällt, ihre Gruppe und Nationalität einmal außen vor und sich vollständig auf einen Abend einzulassen, an dem tatsächlich nur Französisch (oder vielleicht mal zwei, drei Sätze Englisch) gesprochen wird. Mir soll’s Recht sein, bin ich doch ohnehin nicht nach La Rochelle gekommen, um von Deutschen umgeben zu sein. Nein, hier zwischen den hübschen kleinen Yachten sitze ich umgeben von ein paar Schweizern und einer Taiwanesin, einem Japaner, und ansonsten vielen Equadorianern und Kolumbianern, Mexikanern und insbesondere Brasilianern. Jeweils natürlich auch weiblichen Geschlechts, versteht sich von selbst, und das ist schön, denn abgeneigt war ich den Lateinamerikanerinnen ja bekanntlich noch nie … Wenn wir nicht die Nacht hindurch, mit Bier oder Wein, im alten Hafen Mentalitäten und Kulturen kennenlernen, Freundschaften schließen, Spaß haben, die Sterne betrachten, dann ziehen wir zuweilen gemeinsam los in eine der vielen kleinen Tanzbars, Pubs oder Discos. Der Alkohol verflüchtigt sich spätestens während der frühmorgendlichen Heimfahrt durch die ausgestorbenen Gassen der Stadt von selbst und glücklich fallen wir ins Bett.


Die Schule

Eurocentres ist nicht weit vom Stadtzentrum beinahe direkt an der Küste gelegen. Die Schule ist modern, hübsch und klein. Im Aufenthaltsraum werden kurz vor der ersten Stunde noch Eindrücke des vergangenen Abends ausgetauscht. Der Unterricht – ich bin zu meiner Überraschung in die Klasse mit dem höchsten Niveau eingestuft worden – ist abwechslungsreich und trägt merkbar Früchte. Ohnehin spreche ich kaum Deutsch, ignoriere die Deutschen, zumindest die der durchweg auf Französisch stattfindenden Konversation abgeneigten, wie angesprochen soweit als möglich. Nach dem Unterricht warten allerlei Aktivitäten: gemeinsame Filmvorführungen, ein Kochkurs, eine Revue de Presse, in der aktuelle Tagespolitik debattiert wird, allem voran natürlich die bevorstehende Election Présidentielle. Zugegeben, Ségolène Royal mag zwar Sozialistin sein, sieht mit ihren gut 50 Jahren aber verdammt gut aus ... Am Freitag werde ich an einer Weinprobe teilnehmen. Nachdem ich letzte Woche keinen Platz mehr ergattern konnte, freue ich mich umso mehr. Kurzum, es wird viel geboten, und ich bin sehr froh über die Chance, hier sein zu können.

Und sonst …

Morgen früh werde ich in den TGV steigen, gegen Mittag komme ich in Bonn an. Dort steht mein Auswahlgespräch für das Stipendium des DAAD bevor, das ich mir für mein Studium am Trinity College Dublin erhoffe. Die Nacht werde ich in der Jugendherberge verbringen, Donnerstagmorgen fahre ich für meine letzten 1,5 Wochen zurück nach La Rochelle. So richtig eintauchen in die Kultur dieser Stadt und die umliegende Natur werde ich wohl erst nach meiner Rückkehr, verbrachte ich doch in den letzten Tagen die eine oder andere freie Stunde mit der Lektüre irischer Zeitung oder der Recherche auf den Seiten des TCD. Noch verspüre ich keine Nervosität, sondern blicke dem Gespräch vielmehr gelassen und optimistisch entgegen. Keine Frage jedoch, dass ich trotz einiger Erfahrung mit Vorstellungsgesprächen schon gespannt bin, was mich dort erwartet und wie meine Chancen für das Stipendium stehen. Ganz gleich wie’s ausgeht: Drückt mir morgen am späten Nachmittag die Daumen!

Donc, je m’arrête ici. La prochaine fois, je vous raconterai und peu plus de cette ville magnifique, avec son vieux port et son esprit vivant. En plus, vous entendriez du temps bizarre, se changeant sans cesse, impossible à prévoir. Je parlerai du poème que j’ai écrit pour une Latine gracieuse et, peut-être, je vous rencontrerai encore une fois dans ma petite brasserie, le soleil brillant, au vieux ports.

A bientôt.

Vieux Port

Morgendlicher Blick in den Garten